Jutta Speidel
Jutta Speidel Bild © picture-alliance/dpa

Egal ob Frau oder Mann: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sollte selbstverständlich sein, ist es aber nicht. Besonders krass soll der Unterschied in der Filmbranche sein. Jutta Speidel hat das am eigenen Leib erfahren.

Ob "Forsthaus Falkenau", "Alle meine Töchter" oder "Um Himmels Willen" - die Schauspielerin ist seit 1969 im Geschäft und hat in vielen erfolgreichen Kinofilmen und TV-Produktionen mitgewirkt. Daneben setzt sie sich im Bundesverband Schauspiel (BFFS), der die Interessen der in ihm organisierten Akteure vertritt, für Lohngleichheit in der Filmbranche ein, wie sie bei hr1 Koschwitz am Morgen erzählt.

Mehr Geld für Frauen

"Ich verstehe überhaupt nicht, warum man beim Gehalt für die gleiche Arbeit zwischen Mann und Frau überhaupt einen Unterschied macht. Es geht doch um den Menschen", sagt die 64-Jährige. Ihrer Meinung nach sollte es eher umgekehrt sein: Frauen sollten mehr verdienen als Männer. "Frauen haben eine Doppelbelastung durch Haushalt und Familie", begründet Speidel ihre These. "Und es gibt sehr viele alleinstehende Frauen, die ihre Kinder erziehen und nur wenig Unterstützung erhalten."

Generell sollte es aber egal sein, welchem Geschlecht man angehört: "Ein Mensch soll für seine Arbeit bezahlt werden. Und wenn er etwas Besonderes leistet, soll er so hoch wie möglich bezahlt werden. Egal in welcher Branche."

Deutsche Schauspieler reden nicht über Gagen

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Jutta Speidel

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Wie hoch genau die Gehälter in der Schauspielbranche und wie groß die Unterschiede sind, weiß Jutta Speidel aber nicht. Denn deutsche Schauspieler würden nicht über ihre Gagen reden. Fakt sei aber, dass Frauen weniger Rollen als Männer bekämen und allein deshalb schon weniger verdienen.

Ein konkretes Beispiel kann die Schauspielerin aber nennen. "Bei 'Um Himmels Willen' hat Fritz Wepper mehr verdient als ich. Und das, obwohl ich die Protagonistin und er nur ein Second Act war", verrät sie. Als Grund dafür vermutet sie nicht Weppers größeres Verhandlungsgeschick, sondern ein höheres Angebot der Produzenten. "Wenn Sie ihm 2300 Euro Gage anbieten, dann lacht er wahrscheinlich."

Doch es tue sich etwas, so Speidel. Die #MeToo-Debatte, die 2017 aus den USA auch nach Deutschland schwappte, habe dazu beigetragen. "Viele Kolleginnen stehen auf und setzen sich für eine gleiche Bezahlung ein."

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Sendung: hr1, hr1 Koschwitz am Morgen, 14.11.2018, 5 Uhr

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