Public Viewing
Bild © picture-alliance/dpa

Millionen Menschen fiebern in diesen Tagen bei den Spielen der Fußball-WM vor dem Fernseher mit. Doch warum jubelt der Nachbar, obwohl auf meinem Fernseher der Ball erst zum Freistoß zurecht gelegt wird. Wir verraten Ihnen, wo man am schnellsten jubelt.

Momentan gibt es vier Wege, auf denen das WM-Bild ins Haus kommen kann - und die zeitlichen Unterschiede sind teilweise gravierend. Am schnellsten ist das Signal über Satellit: Hier gibt es kaum Zeitverluste. Das Signal über DVBT2 kommt mit bis zu drei Sekunden etwas später an. Wer einen digitalen Kabelanschluss hat, muss schon mit einer Verzögerung von vier bis acht Sekunden rechnen. Richtig anstrengend kann es mit dem Livestream aus dem Internet werden. Je nach Streamingdienst kann der Zeitversatz bis zu einer Minute betragen.

Wer vor den Nachbarn jubeln will, braucht Satelliten-Fernsehen

Der Empfang über Satellit ist etwas aufwändiger als die anderen Empfangsarten. Eine Schüssel muss fest am Haus angebracht werden. Jedes Empfangsgerät benötigt einen eigenen Receiver. Hier entstehen schnell hohe Kosten. Als Kompromiss empfiehlt sich DVBT2. Das digitale Signal über die Luft hat nur eine geringe Verzögerung gegenüber dem Satelliten.

Es mag paradox klingen, dass ein Signal am schnellsten ist, das zunächst fast 36.000 Kilometer zum Satelliten geschickt wird, nur um anschließend die 36.000 Kilometer zur Parabolantenne der Zuschauer zurückgeschickt zu werden.

Allerdings setzen auch Kabelbetreiber auf den Weg via Satellit. Erst die letzten Kilometer von sogenannten Kabelkopfstellen bis zu den Hausanschlüssen legt das Signal via Kabel zurück. Außerdem muss das Signal, bevor es sich auf den Weg durchs Kabelnetz machen kann, noch einmal umgewandelt werden. Das kostet Zeit.

Am schnellsten ohne Bild

Aber auch SD- und HD-Variante und sogar der verwendete Fernseher können die Empfangszeit beeinflussen, so kann es sein, dass Ihr Nachbar Sekundenbruchteile vor Ihnen jubelt, obwohl er den gleichen Kabelanschluss nutzt. Die schnellste Lösung kommt schlicht ohne Bild. Schneller als alle ist nur das gute alte Radio.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 19. Juni 2018, 10 Uhr.

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