Marion Closmann

Gerhard und seine Tochter Marion Closmann leiten in Marburg ein alteingesessenes Kinounternehmen bereits in der vierten Generation - und haben damit Geschichte geschrieben. Während bundesweit die Zahl der Kinobesuche in den vergangenen zehn Jahren um 50 Millionen zurückging, ist die Zahl in Marburg etwa gleich geblieben. Ein Verdienst der Betreiber.

Gerhard Closmann

Gerhard Closmann, Jahrgang 1942, erinnert sich an die aufwühlende Geschichte seines Unternehmens, den Marburger Cineplex Betrieben: Zwei schreckliche Weltkriege und die Kinokrise im Zuge des Fernseh-Aufkommens machten es ihm und seinem Großvater, der bereits 1911 in Marburg die ersten Kinos betrieben hatte, nicht gerade leicht. Der Vater fiel im Zweiten Weltkrieg.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hatte seine Mutter hart um das von den Amerikanern besetzte Kino gekämpft. Sie gewann es zurück und gab so vielen Marburgern die Möglichkeit, an bestimmten Wochentagen endlich wieder Filme im Kino sehen zu können.

Gerhard Closmann seit Ende der 60er mit Leib und Seele dabei

Nach dem Tod seiner Mutter 1958 übernahm Gerhard Closmann das Zepter und meisterte die größte aller Krisen: Als in den 70ern das Video-Format auf den Markt kam, mussten die meisten Kinos ihre Säle verkleinern oder aufteilen. Closmann trotzte dem Trend und hielt eisern am großen Kino fest - mit Erfolg.

Marburger Cineplex

So wurde er Initiator und Verhandlungsführer für das "Gentlemen's-Agreement" und bewirkte, dass Kinobetreibern an Orten mit unter 50.000 Einwohnern die Leihmiete um fünf Prozent reduziert wurde. Mitte der 90er Jahre war er Gründungsmitglied der Cineplex-Gruppe. Seit November 2000 betreibt er zusammen mit seiner Tochter Marion Closmann das Cineplex Marburg.

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Weitere Infos zum Cineplex Marburg

Die beiden von Familie Closmann geführten Marburger Kinos Cineplex Marburg und Capitol Filmkunsttheater bieten nun auch wieder aktuelles Filmprogramm und Klassiker an. Das komplette Filmangebot gibt es hier.

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Tochter Marion rief Marburgs erstes Autokino ins Leben

Tochter Marion Closmann musste sich dann 2020 mit der Corona-Krise auseinandersetzen: Alle Kinos mussten vorerst schließen, also lieferte sie Popcorn zu den Kinofans nach Hause aus, um den Kontakt zu den Besuchern nicht zu verlieren.

Im April stellte sie auf dem Messeplatz innerhalb von zwei Wochen Marburgs erstes Autokino auf die Beine. Funkfrequenzen mussten beantragt und Pläne bei der Stadt eingereicht werden, kein leichtes Unterfangen. Am Ende fanden dort 230 Fahrzeuge Platz, von Ende April bis Ende Juni waren rund 30.000 Besucher im Marburger Autokino zu Gast.

"Der Zuspruch war riesig, die ersten Vorstellungen, wie die 'Känguru-Chroniken', 'Shaun das Schaf' oder 'Knives Out', waren bereits Tage im Voraus ausverkauft. Die Menschen sehnten sich wieder nach einem kulturellen Angebot in Marburg, da kam das Autokino genau richtig", resümierte die Cineplex-Geschäftsführerin. Doch so schnell wie der Boom der Autokinos kam, ist er mittlerweile auch schon wieder vorbei. Daher ist das Autokino Marburg mittlerweile Geschichte.

Open-Air-Kino auf der Schloßparkbühne

Open-Air-Kino Marburg

Doch damit wollte sich Marion Closmann nicht zufrieden geben. Also machte sie sich zusammen mit ihrem Vater Gedanken um die Zukunft und errichtete auf der Marburger Schlossparkbühne ein spektakuläres Open-Air-Kino: "Das Angebot ist ganz aktuell. Wir zeigen bis Mitte September jeweils von Mittwoch bis Samstag spannende Filme", sagt sie. Und das vor einer traumhaft schönen Kulisse.

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Sendung: hr1-Koschwitz am Morgen, 20.7.2020, 5-9 Uhr

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