Stechmücke

Die Mückensaison steht bevor. Bald surren wieder unzählige der kleinen Plagegeister durch die Natur. Aber kann ein Mückenstich eigentlich auch das Coronavirus auf den Menschen übertragen?

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine Beweise, die darauf hindeuten, dass Stechmücken Covid-19 übertragen. Denn bei diesem Erreger handelt es sich um ein Atemwegsvirus, das hauptsächlich durch Tröpfchen weitergegeben wird. Also wie bereits bekannt durch Husten oder Niesen einer infizierten Person. Oder aber durch den Kontakt zu Oberflächen, die durch Infizierte kontaminiert wurden.

Übertragung unwahrscheinlich

Damit eine Mücke zum Überträger wird, müssten die Krankheitserreger in ausreichender Anzahl im Blut von Infizierten vorkommen. Zudem müssten die Viren in der Lage sein, sich im Insekt zu vermehren und dort zu überdauern, bis sie bei einem Mückenstich ins Blut eines anderen Menschen gelangen.

Forscher konnten zwar bei einzelnen Corona-Patienten Virus-Erbgut im Blut nachweisen, aber das sind Ausnahmen. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Mücken das neue Coronavirus aufnehmen, sollten sie einen infizierten Menschen stechen. Auch die anderen bekannten Coronaviren können nach aktuellem Wissensstand nicht durch Mückenstiche übertragen werden.

Welche Krankheiten können Mücken übertragen?

Von den rund 50 in Deutschland vorkommenden Mückenarten können laut Bernhard-Noch-Institut für Tropenmedizin einige das West-Nil-, das Usutu- oder das Sindbis-Virus übertragen. Alle drei Virusarten kommen vorzugsweise in Vögeln vor. Eine Übertragung auf den Menschen ist möglich, führt aber nur in seltenen Fällen zu einer schweren Erkrankung (z.B. Hirnhautentzündung).

Die in Deutschland bereits nachgewiesene Asiatische Tigermücke sowie die Japanische Buschmücke können das Dengue- und Chikungunya-Virus übertragen. Aufgrund der vielen dafür nötigen Voraussetzungen wird die Gefahr aber als sehr gering eingeschätzt.

Sendung: hr1 am Vormittag, 22.4.2020, 9-12 Uhr

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