Szene aus "Harry und Sally"
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Wie kam es zum berühmtesten Fake-Orgasmus der Filmwelt? Warum war Meg Ryan nur zweite Wahl? Hier finden Sie kurioses Insider-Wissen über eine der bekanntesten romantischen Hollywood-Komödien.

Meg Ryan und Billy Crystal spielten die Hauptrollen in "Harry und Sally".
Meg Ryan und Billy Crystal spielten die Hauptrollen in "Harry und Sally". Bild © picture-alliance/dpa

Im Juli 1989 kam die romantische Kult-Komödie "When Harry meets Sally" in die amerikanischen Kinos und wurde zum Kassenschlager. Dabei ist die Story recht unspektakulär: Die beiden frischgebackenen College-Absolventen Harry und Sally lernen sich während eines 22-stündigen Trips von Chicago nach New York kennen. Danach verlieren sie sich aus den Augen, doch innerhalb der folgenden 12 Jahren kreuzen sich ihre Wege immer wieder.

Der Fake-Orgasmus

Bei einem der Treffen kommt es zur wohl berühmtesten Szene der Filmgeschichte: In einem voll besetzten Imbiss in Manhatten täuscht Sally einen Orgasmus vor, um Harrys These zu widerlegen. Denn dieser behauptet, ihm könne keine Frau einen Höhepunkt vorspielen, ohne dass er es bemerkt.

Die unkonventionelle Interpretation des Themas "Boy meets Girl" von Hollywood-Regisseur Rob Reiner löste eine regelrechte Welle romantischer Komödien in Hollywood aus - das Original "Harry und Sally" wurde zum Kultfilm - auch aufgrund glücklicher Zufälle, spontaner Einfälle und skurriler Fakten.

Eine Szene, die nicht im Drehbuch stand

Wäre es strikt nach Drehbuch gegangen, hätte es keinen vorgespielten Orgasmus gegeben. "Wir hatten Raum zum Improvisieren und es sollte witzig rüberkommen. Da kam ich auf die Idee, dass ich es, statt darüber zu reden, einfach vorführen könnte", erzählte Meg Ryan in einem Interview.

"Harry und Sally" als Theaterstück
Hier spielt die Schauspielerin Katja Berg die Rolle der "Sally"in einer Theaterfassung. Bild © picture-alliance/dpa

Regisseur Rob Reiner sei sofort begeistert gewesen - und habe direkt gefilmt. Die Szene musste allerdings sehr häufig geprobt werden. Heute ist "Harry und Sally" als Bühnenfassung sehr begehrt und wurde bereits in vielen deutschen Theatern aufgeführt.

Totenstille beim Testpublikum

Wie in der Filmszene üblich, gab es auch für "Harry und Sally" ein sogenanntes Test-Screening, eine informelle Preview vor einer kleinen Gruppe des Zielpublikums, um zu beurteilen, ob ein Film ankommt.

Dort kam die Schlüsselszene im Deli bei den männlichen Zuschauern gar nicht gut an. Es herrschte Totenstille - keiner der Männer fand die Szene lustig. Die Frauen hingegen fanden den Fake-Orgasmus zum Brüllen komisch.

"Ich will genau das, was sie hatte!"

Rob Reiner
Regisseur Rob Reiner castete seine eigene Mutter für den Sidekick am Nebentisch. Bild © picture-alliance/dpa

Nach der Orgasmus-Nummer von Sally verlangt eine alte Dame am Nebentisch "genau das, was sie hatte". Die Senior-Statistin war Estelle Reiner, die Mutter des Regisseurs. Das "American Film Institute" wählte den Satz "I’ll have what she’s having!" auf Platz 33 der "Top 100" der besten US-Filmzitate aller Zeiten.

Das wohl berühmteste Pastrami-Deli der Welt

Diner "Katz's" aus "Harry und Sally" in New York
Im "Katz's" weist ein Schild auf den Platz hin, an dem die berühmte Orgasmus-Szene gedreht wurde. Bild © picture-alliance/dpa

Mit dem Katz’s, das 1888 unter dem Namen "Iceland’s Delicatessen" eröffnete und das erste "wahre" jüdische Deli in New York war, fand das Filmteam die perfekte Location für die Schlüsselszene des Films. Anfang des 20. Jahrhunderts, als zahlreiche Immigranten rund um den Laden auf der Lower East Side lebten, entwickelte sich das "Katz's" zu einem beliebten Treffpunkt in der Nachbarschaft und wurde später auch zum Hotspot für Touristen.

Meg Ryan war nur zweite Wahl

Regisseur Rob Reiner hatte zunächst die Sängerin und Schauspielerin Molly Ringwald, bekannt aus der Teenie-Komödie "The Breakfast Club", auf seiner Besetzungsliste. Doch Ringwald war zu beschäftigt. So kam Meg Ryan ins Spiel. Sie war erst Mitte 20 und zu jung für die Hauptrolle. Doch nach dem ersten Reading war Reiner klar: Meg Ryan ist die perfekte Sally.

Kein Happy End geplant

Drehbuchautorin Nora Ephron war der Meinung, dass eine Trennung am Ende realistischer sei als ein Hollywood-typisches Happy End. Daher blieben Harry und Sally in der ersten Fassung ihres Drehbuchs nur Freunde und traten nicht vor den Traualtar. Regisseur Rob Reiner hingegen war damals frisch verliebt und war davon so beflügelt, dass er Nora Ephron überzeugte, die Hauptdarsteller doch heiraten zu lassen.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 12.Juli 2019, 6 Uhr

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