Lindenberg-Film "Mach dein Ding"

Von den Anfängen in den 60er-Jahren bis zum Durchbruch mit der Andrea-Doria-Tournee 1973 zeichnet der Kinofilm die musikalische Laufbahn des jungen Udo Lindenberg nach. Er nimmt sich viel Zeit für Stimmungen - und dessen Musik. Ab 16. Januar läuft er in den hessischen Kinos - hier vorab schon mal der Trailer.

In der Rockbiografie geht es um den jungen Udo Lindenberg, der sich als kleiner Junge an einem Kinderschlagzeug versucht, später vor US-Soldaten trommelt und sich in Hamburg erste Meriten als angehender Popstar verdient.

Jan Bülow überzeugt als junger Udo

Die deutsche Regisseurin Hermine Huntgeburth erzählt mit großer Liebe zum Detail von der Entstehung eines Rock-Mythos, von der Etablierung eines Gesamtkunstwerks namens Udo Lindenberg.

Verkörpert wird Lindenberg im Film vom gänzlich überzeugenden Jan Bülow, einem jungen Theater- und Kinoschauspieler Jahrgang 1996, der unter anderem durch die Netflix-Serie "Dogs of Berlin" bekannt wurde. Zudem spielen etablierte Schauspieler wie Charly Hübner, Detlev Buck, Julia Jentsch, Max von der Groeben und Ruby O. Fee mit. Hier sehen Sie den Trailer:

Externer Inhalt

Externen Inhalt von YouTube (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von YouTube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Selbstzweifel vs. Größenwahn

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kinotipp "Lindenberg! Mach dein Ding"

Lindenberg! Mach dein Ding
Ende des Audiobeitrags

"Es ist ganz wichtig, dass du eine Sache ganz schnell kapierst", bläut Udos Vater (herrlich fies: Charly Hübner) ihm in diesem Film ein, "wir Lindenbergs werden Klempner und sonst nichts!". Zu seinem Geburtstag aber bekommt der kleine Udo dann doch von eben diesem, viel zu häufig besoffenen und nicht immer sonderlich einfühlsamen Vater ein goldenes Schlagzeug geschenkt. Darauf übt Udo fortan fleißig.

Regisseurin Huntgeburth zeigt uns, wie schnell Lindenberg eine Kellnerlehre an den Nagel hängt, erzählt von missratenen Auftritten vor US-Truppen in Libyen, nimmt uns schließlich mit nach Hamburg, St. Pauli, wo die Karriere des Udo Lindenberg mehr schleppend denn flott in die Gänge kommt.

Lindenberg! Mach dein Ding

Immer wieder geht es um die deutsche Sprache, die nicht popkompatibel sei und zudem die Sprache der Täter. Hin und her gerissen zwischen Selbstzweifeln und Größenwahn gerät er schließlich an einen, leicht überzeichneten, Plattenmanager. Die erste Single erscheint, noch auf Englisch.

Film zeigt den noch unfertigen Künstler Udo Lindenberg

Bildergalerie

Bildergalerie

zur Bildergalerie Sommer 2019: Udo Lindenberg rockte die Festhalle

Ende der Bildergalerie

Erfrischend an diesem Film ist, dass er uns nicht den coolen und fertigen Udo der Jetztzeit präsentiert, den ewig vor sich hin nuschelnden, so unendlich sympathischen wie nie ganz durchschaubaren Udo. Hundgeburth blickt soweit zurück, dass sie dem Zuschauer einen noch gänzlich unfertigen, einen immer wieder unsicher, ja kindlich agierenden Künstler zeigt. Der aber, und das bringt Bülow mit seinem verpeilt-traurigen, immer etwas verhangenen Hundeblick auch wunderbar zum Ausdruck, als angehender Rockstar trotz allem sein Herz stets am rechten Fleck hat.

"Lindenberg! Mach dein Ding" ist unterhaltend, wartet mit überraschend vielen traurig-ernsten Momenten auf und ist gut besetzt. Darüber hinaus erzählt der Film ziemlich überzeugend von der wirklich sehr beeindruckenden Fähigkeit eines Menschen, eines Künstlers, sich gegen alle Widerstände, gegen alle Wahrscheinlichkeit und auch alle Einwände durchzusetzen.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 16.01.2020, 5-9 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit