Meditation
Bild © Colourbox.de

Ruhe, Liebe und Klarheit finden mit bewusstem Atmen. In der nachfolgenden Übung werden Begriffe verwendet, um die Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Empfindungsqualitäten im Körper auszurichten, so dass ein Gleichklang zwischen der körperlichen, seelischen und geistigen Ebene hergestellt wird.

Weitere Informationen

Dr. Ulrich Ott ist Psychologe und Neurowissenschaftler an der Uni Gießen. Die Meditationsübung stammt aus seinem Buch "Gesund durch Atmen".
Verlag: O.W. Barth
ISBN: 978-3-426-29276-1
Preis: 18 Euro

Ende der weiteren Informationen

Beginnen Sie mit einer vertieften Bauchatmung und wiederholen Sie dabei innerlich beim Ausatmen nacheinander jeweils einen der drei folgenden Begriffe für fünf Atemzüge: "Ruhe", "Frieden", "Loslassen".

Welcher der Begriffe passt am besten zu den Empfindungen, die die tiefe Bauchatmung in Ihnen auslöst? Gibt es Unterschiede oder fühlen sich alle mehr oder weniger gleich an? Bei welchem Begriff ist die Wirkung am angenehmsten? Breitet sich Ruhe in Ihnen aus? Wo finden Sie inneren Frieden? Bemerken Sie beim Loslassen, dass sich muskuläre Spannungen im Körper lösen? Wiederholen Sie die Übung ein weiteres Mal, um diesen Fragen nachzugehen.

Zweiter Schritt

Erweitern Sie die Bauchatmung nun um eine verstärkte Brustatmung, so dass sich der Brustkorb merklich weitet. Die Aufmerksamkeit wandert zugleich im Rumpf weiter nach oben in die Region des Herzens. Wiederholen Sie wiederum nacheinander jeweils einzeln einen der folgenden drei Begriffe für jeweils fünf Atemzüge beim Ein und/oder Ausatmen: "Offenheit", "Akzeptieren/Annehmen", "Liebe".

Gelingt es Ihnen, mit dem Brustkorb Ihr Herz zu öffnen, also offen und weit werden zu lassen? Verändert sich Ihr Gefühl gegenüber sich selbst und Ihrer Umgebung? Können Sie akzeptieren, was Sie in diesem Moment wahrnehmen, Ihre aktuelle Situation und sich selbst so annehmen, wie sie sind? Wie gut können Sie Ihr Herz spüren?

Falls Ihnen der Begriff der Liebe zu "groß" erscheint, können Sie alternativ auch "Wohlwollen" oder "liebevolle Güte" verwenden. Versuchen Sie, diese Gefühle zunächst in Bezug auf sich selbst zu entwickeln. Erlauben Sie sich eine wohlwollende, liebevolle Haltung zu sich selbst einzunehmen. Wenn Sie sich selbst mögen, hat dies auch eine Wirkung darauf, wie Sie von anderen wahrgenommen werden.

Dritter Schritt

Atmen Sie weiterhin langsam und tief, richten Ihre Aufmerksamkeit nun jedoch auf den Luftstrom durch die Nase und die geistigen Vorgänge in Ihnen, auf Ihre Denkprozesse, auf die Bewusstheit im Inneren Ihres Kopfes. Versuchen Sie, anstelle von inneren Dialogen bzw. Monologen einen der folgenden drei Begriffe für einige Atemzüge zu wiederholen (wiederum einzeln nacheinander), bis sich die mit dem Wort ausgedrückte Qualität so klar und deutlich wie möglich einstellt: "Stille/still", "Klarheit/klar", "Freiheit/frei".

Sie können die drei Elemente dieser Übung mit dem Fokus auf Bauch, Brust oder Kopf einzeln praktizieren und nutzen, um die jeweiligen Erfahrungen zu vertiefen. Mit etwas Übung wird es Ihnen immer leichter fallen, mithilfe der Begriffe den oben erwähnten inneren Gleichklang herzustellen.

Dann können Sie in einem letzten Schritt eine Sequenz für sich finden, in der die drei Schritte der Übung miteinander verbunden werden. Das heißt, Sie können zum Beispiel mit Bauchatmung und "Ruhe" beginnen, dann nach einiger Zeit die Brustatmung vertiefen und die Aufmerksamkeit vom Bauch in die Herzregion verlagern, während Sie innerlich "Liebe" wiederholen, um schließlich mit "Stille" den Kopf von Gedanken frei zu machen.

Beenden Sie diese fortgeschrittene Übung damit, dass Sie für einige Atemzüge keinen Begriff mehr wiederholen, sondern in tatsächlicher Stille verweilen und nur bewusst atmen. Versuchen Sie dabei, die zuvor getrennt fokussierten Körper-Räume als einheitliches Ganzes wahrzunehmen.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 18.04.2019, 9-12 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit