Roger Waters wird 75
Bild © picture-alliance/dpa

Der Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters feiert heute seinen 75. Geburtstag. In den 80ern revolutionierte die Band die Rockmusik, in letzter Zeit drängte sich der Sänger aber mit Israelkritik in die Schlagzeilen.

Die legendären Werke, darunter die Alben "The Dark Side of the Moon" und "The Wall", die er mit seiner Band Pink Floyd geschaffen hat, möchte wohl kaum ein Musikliebhaber missen. Der Zweite Weltkrieg und die Kindheit ohne Vater sind Themen in einigen seiner Songtexte, denn der 1943 in Südengland geborene Waters verlor seinen Vater schon im Babyalter. In der Jugend begann er Gitarre und Bass zu spielen und gründete 1965 die Band Sigma 6, aus der später Pink Floyd hervorging.

Konzeptalben revolutionierten die Pop- und Rockmusik

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Das Gesamtwerk der Gruppe ist bereits oft Thema wissenschaftlicher Untersuchungen gewesen. Das Außergwöhnliche bei Pink Floyd: Jede Schaffensphase war für sich eigenständig, alle unterschiedlich und manche erfolgreicher als andere. Doch lässt sich sagen, es kamen einige Kultsongs dabei heraus, allen voran "Another Brick in the Wall".

Trennung trotz genialer Arbeit

Roger Waters: "The Wall"
Roger Waters: "The Wall- Live in Berlin" 1990 Bild © Imago

Roger Waters sang bei Pink Floyd, spielte Instrumente und schrieb lyrische Texte zu kraftvoller Musik. Bei aller Kreativität entwickelten sich die Musiker im Laufe der Jahre auseinander, und 1985 verließ Waters die Band. Dass er durch David Gilmour ersetzt werden sollte, missfiel ihm zutiefst. Nach juristischen Auseinandersetzungen einigten sich die Ex-Kollegen zwei Jahre später außergerichtlich. Die kompletten Aufführungsrechte des Konzepts von "The Wall" blieben bei Waters, der 1990 aus Anlass des Mauerfalls eine spektakuläre Inszenierung in Berlin veranstaltete. Als Solokünstler blieb er weiter aktiv und trat erst im Jahr 2005 erneut mit Pink Floyd auf, bei einem Live-Aid-Konzert in London.

Kritik an Israel und an Ihm

Ein Jahr später verkündete Waters, er unterstütze die gegen Israel gerichtete Boykott-Bewegung BDS. Seitdem forderte er mehrere andere Künstler, wie Stevie Wonder oder die Rolling Stones auf, ihre Konzerte in Israel abzusagen. In Interviews verglich Roger Waters die Politik Israels mit dem Holocaust, betonte jedoch auf Facebook, es beleidige ihn, als "Judenhasser" bezeichnet zu werden, da er Religion und Staat getrennt ansehe.

Die Kritik um den Altmeister reißt auch während seiner laufenden Europa-Tournee nicht ab, zuletzt kam sie sogar vom Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, Felix Klein. Eins bleibt aber unbestritten: Das musikalische Werk von Waters und Pink Floyd bleibt genial.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 06.09.2018, 5 Uhr

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