Eine Braut unterschreibt im Standesamt

Obwohl Frauen seit über 40 Jahren ihren Namen nach der Hochzeit behalten können, machen nur die wenigsten Gebrauch davon. Das belegen zwei unabhängige Umfragen, deren Ergebnisse wir Ihnen präsentieren. Zudem können Sie ausprobieren, wie Sie Ihren Namen "isländifizieren" können.

Seit 1976 können Paare bei der Hochzeit in Deutschland den Nachnamen der Frau annehmen. Doch nur sechs Prozent tun das auch, wie eine Studie der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfDS) im Jahr 2018 ergab. Eine aktuelle Online-Umfrage der Universität Mainz bestätigt das.

72 Prozent wählen den Namen des Mannes

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass laut GfdS 72 Prozent den Nachnamen des Mannes annehmen. 16 Prozent der Paare entscheiden sich demnach für eine getrennte Namensführung - beide behalten ihren. Weitere sechs Prozent wählten die Option eines Doppelnamens.

Im Jahr der Reformation des Eherechts 1976 hatten noch 97 Prozent aller Hochzeitspaare den Nachnamen des Mannes gewählt. Somit sank diese Quote in etwas mehr als 40 Jahren um nur 25 Prozent.

Starke Tradition

Als Gründe dafür nannte die Gesellschaft für deutsche Sprache eine starke Tradition. 1896 schrieb das Bürgerliche Gesetzbuch fest, dass die Ehefrau den Namen des Mannes anzunehmen habe. Die 80 Jahre währende Regel hat ihre Spuren hinterlassen. Laut GfdS würden es viele Männer als Schwäche auslegen, den Namen der Frau anzunehmen.

Bei der Erhebung der GfdS wurden die Daten von 219 Standesämtern und 100.000 Eheschließungen ausgewerte. An der Online-Umfrage Uni Mainz kann man weiterhin teilnehmen. Wenn Sie mitmachen möchten - klicken Sie bitte hier. Die bisherigen Ergebnisse sehen folgendermaßen aus und werden 2020 von der Namensforscherin Anne Rosar unter dem Titel "Entscheidungsgründe und Aushandlungsprozesse bei der Ehe- und Familiennamenwahl" veröffentlicht:

Weitere Informationen

Onlineumfrage zu Partnerschaft und Heirat

  • Habe den Namen von Partner*in angenommen: Frauen: 69,56 Prozent / Männer: 6,25 Prozent
  • Habe meinen Namen behalten: Frauen: 6,52 Prozent / Männer: 72,91 Prozent
  • Beide haben ihren Namen behalten: Frauen: 13,04 Prozent / Männer: 14,58 Prozent
  • Für Doppelnamen entschieden: Frauen: 8,69 Prozent / Männer: 2,08 Prozent
  • Habe meinen Namen behalten, Partner*in trägt Doppelnamen: Frauen: 2,17 Prozent / Männer: 2,08 Prozent
Ende der weiteren Informationen

Ihr Name auf Isländisch

Apropos Nachnamen: Haben Sie sich nicht auch schon mal gefragt, wie die kuriosen Familiennamen in Island zustande kommen? Diese Webseite verrät es Ihnen - dafür müssen Sie lediglich Ihren Vornamen und den Ihres Vaters eingeben. Probieren Sie es aus!

Sendung: hr1 Koschwitz am Morgen, 19.11.2019, 5-9 Uhr

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