Junge Blaumeise

Sie sehen meist putzig aus mit ihrem noch flauschigen Federkleid und den kleinen schwarzen Augen. Aber so hilflos die Vogel-Findlinge außerhalb ihres Nestes auch wirken mögen - ihnen zu helfen ist nur selten notwendig. Auf jeden Fall sollte man sie nicht direkt aufheben und mitnehmen.

Da sitzt er im Gras und gibt schrille Schreie von sich - ein junger Vogel ist aus dem Nest gefallen und ruft nach der mütterlichen Fütterung. Kein seltenes Bild und die meisten von uns kennen es schon. In so einer Situation ist für den Tierfreund aber von vorschnellem Eingreifen abzuraten.

"Nicht im Nest" heißt nicht "in Gefahr"

Bei einigen Vogelarten verlassen die Jungtiere schon vor ihrer Flugfähigkeit das Nest, bleiben dabei aber meist unverletzt. Das ist ganz normal und deshalb gilt es zu beachten: Unbedingte Hilfe brauchen nur Tiere, die verletzt oder krank sind, deren Nest zerstört wurde, oder die unmittelbaren natürlichen oder menschlichen Gefahren ausgesetzt sind. Den meisten Jungvögeln am Boden geht es jedoch gut und sie stehen auch noch in Kontakt mit ihren Eltern. Daher ist es wichtig, die Situation eines Findlings erst aus einem Versteck heraus zu beurteilen und ihn definitiv an Ort und Stelle zu belassen.

Fundort unbedingt achten

Beobachtet man das Geschehen eine Weile, sollte man schon bald die Eltern mit Futter anfliegen sehen. Falls das nach zwei bis drei Stunden nicht passiert, sieht der Fall anders aus und man sollte den Findling mitnehmen.

Auch wenn er sich in der Nähe von Straßen oder anderen Gefahren befindet, kann man den Kleinen aufheben und an sicherer Stelle wieder absetzen. Nur darf es nicht zu weit entfernt vom Fundort sein, damit die Eltern das Junge auch wieder finden. Der menschliche Geruch stört die Alttiere nicht, weshalb sie sich auch um Küken kümmern, die mit Menschen in Berührung gekommen sind.

Findlinge nicht behalten

Wer sich sicher ist, dass der Vogel Waise ist und ihn mit nach Hause nimmt, sollte dabei auf verschiedene Dinge achten: Ein Tuch oder Handschuhe schützen vor Attacken des verängstigten Tieres. Danach kann man den kleinen Vogel in einen Karton mit Luftlöchern setzen und in eine anerkannte Auffangstation überführen. Informieren Sie sich dafür bei einem Tierarzt oder einer Naturschutzbehörde.

Weitere Informationen

Weitere Infos

Junge Vögel dürfen in Deutschland laut Gesetz nicht langfristig aufgenommen werden. Leben sie zu lange in menschlicher Obhut, sinken ihre späteren Überlebenschancen in der Natur. Die Handaufzucht ist daher nicht zu empfehlen. Auch weil sich die Tiere zu sehr an den Menschen gewöhnen können und eine Auswilderung dadurch unmöglich wird.

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Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 13. August 2019, 9 Uhr

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