Patrick Stewart

Der britische Schauspieler Sir Patrick Stewart, der vor allem durch seine Rolle als Captain Jean-Luc Picard in der Science-Fiction-Serie "Raumschiff Enterprise" berühmt wurde, wird am 13.7. 80 Jahre alt. Wir erinnern an eine ungewöhnliche Karriere.

Seine berühmteste Rolle war für Patrick Stewart zugleich Segen und Fluch. Als erster britischer Schauspieler war er Teil einer "Star Trek"-Crew. Der Part als Captain Jean-Luc Picard in der TV-Serie "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert" machte ihn weltberühmt.

Der Erfolg kam überraschend für ihn

Picard, Data

Aber er begrenzte für lange Zeit auch die Rollen, die ihm angeboten wurden, denn alle sahen in ihm nur Picard. Nach dem Ende der beliebten Serie und mehreren "Star Trek"-Kinofilmen schien dieses Kapitel für Stewart ein für alle Mal beendet zu sein. Doch jetzt, wo der Schauspieler seinen 80. Geburtstag feiert, befindet sich schon die zweite Staffel seiner neuen TV-Serie "Star Trek: Picard" mit ihm als Titelheld in der Produktion.

Überhaupt war es für ihn zunächst eine sehr ungewöhnliche Rolle, als sie ihm Mitte der 80er Jahre angeboten wurde. Und Stewart, der am 13. Juli 1940 im englischen Dorf Mirfield in West Yorkshire geboren wurde, war skeptisch, was den Erfolg der Serie "Star Trek: The Next Generation" ("Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert") anging. Er soll in Los Angeles zunächst aus dem Koffer gelebt haben.

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Beim Start der Serie war der 47-Jährige den meisten Zuschauern in den USA überhaupt kein Begriff. Nur zwei Auftritte in namhaften Kinofilmen hatte er damals in seinem Lebenslauf ("Excalibur", 1981 und "Dune - Der Wüstenplanet", 1984), in denen er Nebenfiguren spielte. Hauptberuflich stand der Schauspieler damals auf der Theaterbühne. Von 1966 bis 1982 war er Mitglied der Royal Shakespeare Company.

Liebe fürs Theater weckte sein Lehrer in ihm

Die Liebe fürs Theater hatte sein Lehrer geweckt, als Stewart elf oder zwölf Jahre alt war. "Er hat mir ein Exemplar von Shakespeare in die Hand gedrückt und gesagt: 'Jetzt stell dich hin und trag es vor'", erzählt Sir Patrick dankbar im BBC-Interview, als er 2010 von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen wurde. "Ohne diesen Mann wäre nichts davon passiert." Auch nach seiner Zeit in der Royal Shakespeare Company trat Stewart immer wieder am Theater auf.

"Zum Anfang der Corona-Krise hat er übrigens täglich auf Facebook aus Shakespeare vorgelesen. Und diese Leidenschaft hat er auch seiner Figur von Picard gegeben. Der zitiert dann eben gerne mal Shakespeare oder auch Moby Dick", weiß auch unser glühender Picard-Fan Jan Ackermann aus dem hr1-Team.

Dicke Freundschaft mit Ian McKellen aka. "Magneto"

Ian McKellen und Patrick Stewart

Am Londoner West End brillierte er zuletzt 2016 gemeinsam mit seinem engen Freund Sir Ian McKellen in Harold Pinters "No Man's Land". Sir Patricks Kultstatus als aufrichtiger, zuverlässiger und manchmal etwas steifer Captain Picard lockte in den vergangenen drei Jahrzehnten auch so manchen "Star Trek"-Fan ins Theater.

Ab 2000 vergrößerte Stewart mit der Marvel-Comic-Verfilmung "X-Men" seine Fangemeinde als Professor Charles Xavier, den er auch in drei Fortsetzungen und drei daran anknüpfenden "Wolverine"-Filmen spielte. "Sein Freund Ian McKellen spielt in X-Men seinen Gegenspieler Magneto. Sie standen vor einiger Zeit auch gemeinsam in London auf der Bühne", erzählt uns Jan weiter.

"Meine Antwort auf Brexit und Trump"

Mit dem Film "Logan" verabschiedete sich Patrick Stewart 2017 von seiner Rolle als Professor X. Ein Comeback sollte man nicht endgültig ausschließen, schließlich überlegte es sich Sir Patrick auch bei seiner Paraderolle anders. 15 Jahre lang war Stewart als französischer Raumschiff-Kapitän mit feinem englischen Akzent in sieben TV-Staffeln und vier Kinofilmen - der letzte war "Star Trek: Nemesis" (2002) - zu sehen.

Dennoch ließ er sich nach anfänglichem Zögern 2017 auf ein Comeback als Picard ein, weil ihm der moderne Ansatz gefiel. "Star Trek: Picard" ist grimmiger und pessimistischer, was nicht allen Fans gefällt. Für Stewart hingegen macht es absolut Sinn. "Das war meine Antwort auf die Welt von Brexit und Trump", sagte er einst im Interview. Heute lebt Stewart in dritter Ehe mit der Musikerin Sunny Ozell im New Yorker Stadtteil Brooklyn und vertreibt sich die Zeit mit anspruchsvollen Puzzles und schreibt seine Memoiren.

Trotz seines Alters und seines straffen Terminplans wirkt Stewart topfit: "In den letzten Jahren stand er fast pausenlos auf der Bühne. Macbeth, der Sturm, Warten auf Godot, Der Kaufmann von Venedig. Etliche Auftritte vor allem im Londoner Westend. Und natürlich "Picard" – die neue Serie – aus diesem Januar. Und eine zweite Staffel ist ja schon in Arbeit, die kommt wahrscheinlich im Januar 2021", so Jan weiter.

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Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 13.7.2020, 5-9 Uhr

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