Segelschiff Sea Cloud im Hamburger Hafen
Das Segelkreuzfahrtschiff "Sea Cloud" im Hamburger Hafen. Bild © picture-alliance/dpa

So beliebt Kreuzfahrten auch sind - ihre Umweltbilanz ist katastrophal. Warum also nicht mal ein Segelschiff nehmen? Ob Luxusreise oder zum Mitsegeln - wir stellen Ihnen fünf Möglichkeiten vor.

Immer größere Schiffe, immer mehr Menschen, immer mehr Abgase, Müll und Dreck. Die Kreuzfahrtindustrie betreibt ihre schwimmenden Hotels mit Schweröl. Lediglich ein Kreuzfahrer, die AIDA Nova, setzt auf schadstoffärmeren Kraftstoff - nämlich Flüssiggas (LNG). Das meldet das NABU-Kreuzfahrt-Ranking 2018 und fordert ein Einfahrverbot für dreckige Schiffe in Häfen ab 2020.

Zu viel Ruß

Laut NABU verbraucht ein für 3000 Gäste ausgelegtes Schiff 150 Tonnen Schweröl pro Tag. Allein 450 kg Rußpartikel werden dabei in die Umwelt geschleudert.

Abgesehen von der miesen Ökobilanz der Ozeanriesen ist auch die Massenabfertigung an Bord kein Vergnügen. Bis zu 7000 Passagiere kann zum Beispiel die "Symphony of the Seas", das derzeit größte Kreuzfahrtschiff, befördern. Dazu kommen noch einmal 2000 Besatzungsmitglieder.

Nur der Wind

Wer auf so eine Massenabfertigung keine Lust hat und auch noch im Einklang mit der Natur übers Meer gleiten will, für den bieten Segelkreuzfahrten eine echte Alternative. Nur vom Wind angetrieben übers Meer zu gleiten, ist das wahre Seereise-Erlebnis.

Zugegeben: Ganz billig ist der Spaß unter weißen Segeln nicht. Aber das waren motorisierte Kreuzfahrten auch nicht, bis die Reedereien damit begannen, ausschließlich auf Masse zu setzen.

Wir stellen Ihnen fünf Möglichkeiten für Segelkreuzfahrten und Segeltörns vor

Sea Cloud Cruises: Die Hamburger Reederei ist mit zwei Windjammern im Mittelmeer, der Karibik, sowie der Nordsee und dem Nordatlantik unterwegs. Geschichtsträchtig ist die Transatlantikpassage von den Kanaren in die Dominkanische Republik. Die "Sea Cloud II", der größere der beiden Segler, kann 94 Gäste an Bord nehmen.

Star Clippers: Das Mittelmeer und die Karibik sind auch das Revier dieser in Monaco ansässigen Reederei. Darüber hinaus bereisen die drei Großsegler den Panamakanal, die Gewässer Südostasiens und die Transatlantikpassage. Flaggschiff ist die "Royal Clipper". Der Fünfmaster gilt als größtes Segelschiff der Welt und hat Platz für 227 Passagiere.

Sailing Classics: Drei Segel-Groß-Yachten mit Kapazitäten zwischen 36 und 16 Gästen locken mit individuellen Törns auf dem Atlantik, dem Mittelmeer und der Karibik. Dazu gibt es Themenreisen, zum Beispiel spezielle Familientörns in den Ferien, Wal- und Delfin-Beobachtungstouren oder Touren zu Vulkaninseln. Die Reederei hat ihren Sitz in den Niederlanden.

Aqua Tours: Warum in die Ferne schweifen... Die Firma Aqua Tours vermittelt über 250 Segelschiffe in der Ostsee, dem Watten- und dem Ijsselmeer. Ob für Familien, Unternehmen oder Vereine, ob ein Wochenende oder länger - hier kann man quasi direkt vor Haustür segeln und sogar selbst mit anpacken.

Sailing And More: Ein ähnliches Konzept verfolgt auch dieses Unternehmen. Verschiedene Segelschifftypen, darunter die aus einer Bierwerbung bekannte "Alexander von Humboldt II", kann man hier chartern. Das Hauptfahrgebiet sind Nord- und Ostsee. Es werden aber auch Segeltörns in Wunschrevieren vermittelt. Auch hier dürfen die Passagiere gern Hand anlegen.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 21.8.2018, 9 Uhr

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