Eichenprozessionsspinnerraupe
Die Raupe des Eichenprozessionsspinners. Bild © picture-alliance/dpa

Die Eichenprozessionsspinner kennt man aus dem Rhein-Main-Gebiet und südlich davon - aktuell wird dort aus der Luft ein Insektizid versprüht. Mittlerweile hängt der für den Menschen gefährliche Schädling aber auch an Eichen in Mittel- und Osthessen. Unser Experte erklärt, was man bei Kontakt tun sollte.

In Hessen ist der Eichenprozessionsspinner (lateinisch: Thaumetopoea processionea ) auf dem Vormarsch. Die raupenähnlichen Tiere sitzen in lichten Wäldern, aber auch an einzelnen Bäumen, und haben sehr lange Härchen. Und die können für Menschen ganz schön gefährlich werden. Die Härchen können in die Haut eindringen und sogar in die Augen und in die Atemwege gelangen.

Hubschrauber über Darmstadt

Aktuell zieht ein Hubschrauber über der südhessischen Jugendstilstadt Darmstadt seine Kreise.

Hubschrauber versprühen Insektizid gegen Eichenporzessions-Spinner.
Hubschrauber versprühen Insektizid gegen Eichenprozessions-Spinner. Bild © picture-alliance/dpa

Seine Mission: die Larven des Eichenprozessionsspinners aus der Luft mit einem Bakterium zu besprühen, das die Larven tötet. Danach fliegt der Hubschrauber weiter nach Hanau, zum Beispiel zum Wildpark Kleinauheim, nach Maintal und Frankfurt. Ziele sind vor allem Waldfriedhöfe, Stadtwald und größere Grünflächen.

Was tun beim Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner?

Die Tipps dazu hat der Hautarzt und Allergologe Dr. Robert Werner aus Offenbach in hr1 gegeben:

  • Vermeiden Sie Kontakt mit den Raupen und Gespinsten, halten Sie Abstand, setzen Sie sich in der Nähe nicht auf den Boden.
  • Auch wenn die Raupen vernichtet sind, können übriggebliebene Härchen noch jahrelang den Giftstoff freisetzen.
  • Schutzkleidung tragen, wenn Sie sich (zum Beispiel beruflich) in befallenen Gebieten aufhalten müssen. Auch Schutzbrille und Staubmaske sind sinnvoll.
  • Wenn Sie in die Nähe befallener Bäume gekommen sind: Duschen, gründlich Haare waschen, Kleidung wechseln und am besten gleich in die Waschmaschine.
  • Eichenprozessionsspinner-Gespinste im Garten nicht selbst entfernen, sondern einen professionellen und staatlich anerkannten Schädlingsbekämpfer oder entsprechend ausgerüsteten Baumpfleger engagieren.
  • Die Gespinste nicht abflammen oder abspritzen – das verbreitet die Gifthaare nur noch mehr und wirbelt sie auf!
  • Wenn Sie einen Befall an einem öffentlichen Platz entdeckt haben, informieren Sie die Gemeindeverwaltung, das Umwelt- oder Gesundheitsamt.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 29.04.2019, 6-9 Uhr

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