Ein Frau vor einem PC nimmt die Brille ab und reibt sich die Augen.

Langes Arbeiten am Bildschirm belastet die Augen - so viel ist bekannt. Verantwortlich dafür ist blaues Licht. Ob und wie genau es uns schadet, ist noch nicht endgültig erforscht. Können Blaulichtfilterbrillen helfen?

Brennende und trockene Augen oder sogar Kopfschmerzen nach einem Arbeitstag am Computer - viele Menschen kennen das. Der Grund für diese Beschwerden kann das sogenannte hochenergetische blaue Licht (HEV-Licht) sein. Es ist ein Bestandteil des Lichts, das von den LED-Leuchten in PCs und Smartphones ausgestrahlt wird. Doch auch Sonnenlicht hat einen Blaulichtanteil.

Schädlichkeit von blauem Licht noch nicht genug erforscht

Optiker preisen daher für Menschen, die lange und oft am Bildschirm arbeiten, spezielle Blaulichtfilterbrillen als Schutz an. Häufig wird dabei das Argument ins Felde geführt, dass das HEV-Licht zu einer altersbedingten Makuladegeneration führen kann. Bei dieser weit verbreiteten Augenerkrankung kann es zu starken Einbußen der Sehschärfe kommen. Doch Mediziner und Forscher halten dagegen, dass es für derartige Schlussfolgerungen noch keine verwertbaren Langzeitstudien gibt.

Blaulicht in höherer Intensität könne zwar die Netzhaut schädigen, so Olaf Strauß, Leiter der experimentellen Augenmedizin an der Charité Berlin. Studien zeigten aber, "dass es vor allem der Blaulichtanteil im Sonnenlicht ist, der das Risiko einer altersbedingten Makuladegeneration erhöht“, so der Mediziner in der Tageszeitung "Welt". Oliver Stefani, Lichtforscher an der Universität Basel, ergänzt: "Man müsste schon mehrere Sekunden direkt in sehr helle LEDs schauen, damit das Auge geschädigt wird."

Blaulichtfilterbrillen können helfen

Fakt ist aber, dass das blaue Licht unsere innere Uhr beeinflusst. Eine Studie von Lichtforscher Stefani ergab: Je höher die Blauanteile, die von einem Bildschirm unabhängig seiner Helligkeit abgestrahlt werden, desto wacher bleibt man. Denn das für den Schlaf verantwortliche Hormon Melatonin wird unterdrückt. Aus diesem Grund sollte man vor dem Schlafengehen nicht mehr aufs Handy schauen.

Doch was bedeutet das nun für den Einsatz von Blaulichtfilterbrillen? Auch die Dauer, die man im Laufe eines Tages auf Bildschirme geschaut hat, kann das Einschlafverhalten negativ beeinflussen. Daher rät auch Augenarzt Olaf Strauß zu diesen Brillen - sie haben schließlich keine Nebenwirkungen. Die Gläser haben eine fünf- bis sieben-prozentige gelbliche Tönung und filtern das blaue Licht. Sie lassen sich mit oder ohne Sehstärke anfertigen, sind als Gleitsicht- oder Sonnenbrille erhältlich. Die Preise richten sich laut Deutschem Optiker Verband nach Art der Brille, Sehstärke und Gestell. Manche Arbeitgeber finanziereen sogar die Anschaffung einer solchen Bildschirmbrille ganz oder teilweise.

Doch ob Blaulichtfilterbrille oder nicht - auf einige Dinge sollte jeder Bildschirmarbeiter achten: Ab und zu mal den Blick in die Ferne schweifen lassen und das Blinzeln nicht vergessen. Denn beides verhindert trockene und brennende Augen.

Sendung: hr1 am Vormittag, 23.10.2020, 9-12 Uhr

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