Das Trauern und Trösten lernt man nicht in der Schule, es steht aber bei jedem Menschen früher oder später auf dem Lehrplan des Lebens. Oft sind wir dann unsicher. Wie geht ein "heilsames" Trauern? Und wie stelle ich es an, jemandem Trost zu schenken?

Obwohl alle 33 Sekunden in Deutschland ein Mensch stirbt und wir immer wieder den Tod aus der Nähe erleben, haben die meisten von uns nicht wirklich viel Erfahrung mit dem Trösten und Trauern. Es gibt dafür auch keine eiserne Regeln. So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind die Prozesse des Trauerns und so verschieden sind die Wege, wie Trost geschenkt werden kann. Die Therapeutin Chris Paul ist eine sehr erfahrene Trauerbegleiterin. Im Gespräch bietet sie wichtige Regeln dafür an.

Trauer braucht Raum und Zeit

Tatsache ist: Trauer braucht Zeit und Raum, manchmal mehr als man denkt. Doch oft ist unsere Umgebung, sind Freunde und Kollegen nicht so geduldig. Tod und Trauer führen gesellschaftlich ein Schattendasein, die Erwartung bald wieder "zu funktionieren" steht meist unausgesprochen im Raum. Das tut den Betroffenen nicht gut. Darauf verweist die jüngste "Impulspost" der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zum Thema "Trauer mit mir". Die Aktion bietet umfangreiche Informationen und konkrete Hilfen für Trauernde und auch Tröstende.

Trauerrituale helfen

Das gleiche Ziel verfolgt das neue "Online-Magazin für heilsames Trauern". www.trauer-now.de wendet sich ganz gezielt an Hinterbliebene. Welche Orte braucht die Trauer? Welche Rituale helfen? Wie gehen andere Menschen oder Kulturen mit der Trauer um? Das sind einige der Fragen, die das Magazin beantwortet.

Hinter der Seite steht unter anderem der Chef des Kassler Museums für Sepulchralkultur, Dirk Pörschmann. Er ist zugleich Geschäftsführer der "Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal". Die Leitseite des Online-Magazins ziert eine "Sterbeuhr". Sie zeigt an, wie viele Menschen dieses Jahr in Deutschland bis zu dieser Minute schon gestorben sind.

Viel mehr als öffentlich bewusst ist sind permanent unzählige Menschen in Trauerprozessen und von diesem gesellschaftlich eher unterbelichteten Thema berührt, sagt Pörschmann. Die Initiative will, dass Menschen mehr Orte finden, "an denen sie mit ihrer Trauer so frei umgehen dürfen und können, wie es ihnen gut tut". Das gilt auch für die Gestaltung von Friedhöfen als Beisetzungsorte, die einen lebendigen Trauerprozess ermöglichen.

Trauern um die Opfer der Weltkriege

Videobeitrag

Video

zum hessenschau.de Video 100 Jahre Kriegsgräberfürsorge mit Bundespräsident Steinmeier

hessenschau
Ende des Videobeitrags

Der Volkstrauertag am heutigen Sonntag erinnert an die Toten der Weltkriege. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (mit Sitz in Kassel), der aus diesem Anlass jedes Jahr öffentlich in Erscheinung tritt,  begeht im Dezember sein 100-jähriges Bestehen. Wie sinnvoll ist das alljährliche (Soldaten-)Gedenken noch? Seit einigen Jahren bezieht der Volksbund vermehrt alle "Opfergruppen" der Kriege in das Gedenken mit ein und geht neue Wege, um auch Jugendliche für die Erinnerungsarbeit zu gewinnen.

Der letzte Weg muss nicht todtraurig sein

Lebendige Orte für Trost und Trauer sind Hospize. Was Frank Hieret, der Leiter des Gelnhäuser Hospizes, über die Atmosphäre in seinem Haus sagt, wirkt auf Außenstehende befremdlich: "Es darf gelacht werden". Muss es nicht in einem Hospiz, wo Menschen in der letzten Lebensphase zu Gast sind, todtraurig zugehen? "Wir wollen Leben und Lebensfreude bis zum Schluss für unsere Gäste", sagt Hieret, und dazu gehört der Humor, die Freude - selbst im Angesicht des Todes. Wir besuchen das Hospiz und fragen nach.

Beiträge in der Sendung
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Sonntagsgedanken Clemens Scheitza, Frankfurt
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