Es ist die große Sehnsucht der allermeisten von uns, die Rückkehr zur Normalität. Ein paar Schritte sind gemacht: erste Geschäfte sind wieder offen, die Schulen beginnen wieder. "Normal" ist das trotzdem alles noch lange nicht. Aber die große Frage ist ja: Was ist eigentlich normal?

"Normalerweise“ haben wir das Gefühl, einen ganz normalen Alltag zu leben. Jedenfalls die allermeisten von uns. Der Tag gut durchgetaktet mit Pendelei und Job, mit Familie und Freunden, mit Hobby und Sport und anderen Freizeitaktivitäten. Und jetzt ist nichts mehr normal. Kurzarbeit oder Homeoffice, Freunde und Familie haben wir schon lange nicht mehr gesehen, und Fußball gibt’s am Wochenende auch keinen mehr.

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zur Bildergalerie Der aufmerksame Blick: Was ist hier nicht normal?

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Wie sehr geraten wir eigentlich durcheinander, wenn uns dieser normale Alltag fehlt? Wie wichtig ist diese "Normalität" für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden? Darmstädter Wissenschaftler haben das untersucht. In hr1 am Sonntagmorgen reden wir darüber.

Die "neue Normalität" im Zusammenleben

Das Wörtchen "normal" ist ja durchaus zwieschneidig. Was ist schon normal, auch in normalen Zeiten? Heute gibt es viele Lebensmöglichkeiten. Manche unterscheiden sich sehr. Die früher normale Durchschnittsfamilie zum Beispiel, sie ist heute keineswegs mehr Normalmaß. Spätestens seit es die "Ehe für alle" gibt wissen wir, dass Lebensformen, die früher als skandalös und un-normal galten, jetzt zum normalen Alltag gehören. Wir haben nachgefragt bei einem schwulen Paar: Wie wichtig ist diese neue Normalität? Und ist es wirklich schon so ganz normal, wenn zwei Männer verheiratet sind? Wie erleben sie es?

"nicht normal" sein = ausgegrenzt sein

"Das ist ja nicht normal" - der Satz wird oft auch gebraucht, um andere und anderes auszugrenzen. Das Fremde, das Unbequeme. Manchmal erleben das Familien, die mit einem behinderten Kind leben. Auf der Straße werden sie beäugt, von den Schulen ferngehalten, im Urlaubshotel ins Abseits gestellt, weil Urlauber sich in ihren "schönsten Wochen des Jahres" nicht mit dem Leid anderer beschäftigen wollen. Fällt, wer nicht normal ist, schnell durchs Raster?

Wer legt Normalsein in der Mode fest?

Unser Verständnis davon, was normal ist, ändert sich. Das gilt zum Beispiel auch für die so genannten "Normalgrößen" in der Mode. Hier wird das Normalmaß immer wieder angepasst. Ganz einfach, weil die Menschen sich ändern, weil das Leben sich wandelt. Was macht dann eigentlich eine Institution, deren einzige Aufgabe es ist, Normen festzulegen und über ihre Einhaltung zu wachen. Die Deutsche Industrie-Norm ist ja weltberühmt. Wir fragen nach beim DIN-Institut.

Ein "normales Leben" nach Corona - geht das überhaupt?


Wann kommen wir "nach Corona" wieder zurück ins normale Leben? Das fragen sich derzeit viele. Andere fragen: Wollen wir überhaupt "zurück zur Normalität"? Sollten wir nicht die Krise nutzen für einen neuen Aufbruch, für einen Neuanfang? Diese Position vertritt unter anderem der Fuldaer Philosoph und Berater Christoph Quarch. Wir fragen ihn, wie er sich eine neue Normalität nach Corona vorstellt.

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Sonntagsgedanken Pastoralreferentin Anke Jarzina, Eltville
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