Deutschland maskiert sich. Das ist wichtig und schützt vor Ansteckung. Aber jetzt sehen wir nicht mehr das freundliche Lächeln an der Supermarktkasse. Wir wissen nicht mehr, ist unser Gegenüber jetzt irritiert, gelangweilt oder ärgerlich? Oder hat es einfach nur nicht verstanden, was wir durch die Maske genuschelt haben? Wie viel "Gesicht zeigen" braucht unser Zusammenleben eigentlich?

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Nach der "sozialen Distanzierung" jetzt auch noch das. Über zwei Meter können wir jetzt kaum noch erkennen, wie es den Menschen eigentlich geht, denen wir draußen, in der Öffentlichkeit, begegnen. Kein Lächeln mehr, kein genervt verzogener Mundwinkel mehr. Die aus Wut gefletschten Zähne bleiben wirkungslos. Oder doch nicht? Dirk Eilert ist Gesichterleser. Und er gibt uns Tipps, wie wir trotz Maske noch allerlei Emotionen bei unseren Mitmenschen entdecken können.

Masken in Asien längst Gang und Gebe

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Hierzulande gewöhnen wir uns erst mühsam ans Maskentragen in der Öffentlichkeit. In vielen Ländern Asiens ist das seit vielen Jahren ganz normal. Auf der Straße, in der U-Bahn und am Arbeitsplatz - überall ist die Gesichtsmaske dabei. Stört es die Japaner gar nicht, dass sie nicht in den Gesichtern ihrer Mitmenschen lesen können? Das fragen wir unsere Korrespondentin, die seit vielen Jahren in Tokio lebt.

Gesichtsschleier aus religiösen Gründen

Das Gesicht zu verschleiern oder mindestens Teile davon, das tun Menschen nicht nur aus medizinischen Gründen, sondern auch aus religiösen. Viele islamische Frauen tragen einen Gesichtsschleier, aber auch christliche Ordensfrauen. Und in katholischen Ländern ist es üblich, dass bei Beerdigungen Frauen einen Gesichtsschleier tragen.

Und bis heute treten auch hierzulande Bräute verschleiert vor den Altar. Welcher Sinn steckt dahinter, aus Gründen der Religion Teile des Gesichts zu verbergen? Übrigens: Das gilt nicht nur für Frauen. Schon Mose, der biblische Anführer Israels, verbarg sein Gesicht, wenn er im Tempelzelt Gott begegnete.

Wir schützen uns durch Rollen und Masken

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Es hat hierzulande einen hohen Wert, dass Menschen ihr Gesicht zeigen. Ein offenes Gesicht heißt, ich zeige mich, so wie ich bin, ich mache meine Position deutlich. Ich zeige, wofür ich stehe, aber auch: ich zeige mich verletzlich. Und allzu oft schützen wir uns durch Rollen, durch Masken.

Wir spielen etwas vor, das wir vielleicht gar nicht sind. Nach außen die Ruhe selbst, nach innen ein brodelnder Vulkan. Wir sprechen mit der Wiesbadener Psychologin Andrea Hillenbrand darüber, wie wichtig es für uns selbst und für unsere Beziehungen ist, dass wir zu unserem wahren Gesicht stehen können.

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Sonntagsgedanken Beate Hirt, Frankfurt
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