Einfach leben: Durchatmen an einem Sommermorgen auf dem Balkon, die Nase in den Wind stellen am Meer, in einem See abends der Sonne entgegen schwimmen, am Gipfel eines Berges oder auf einer Wiese stehen mit dem Gefühl, die ganze Welt umarmen zu können.

Das Leben kann so einfach sein, und wir alle möchten "einfach leben". Warum nur ist es gar nicht so einfach, "einfach" zu leben?

Meistens leben wir im Schwindel des Vielerlei: Arbeit, Familie, Freizeit. Wir müssen immer so vieles unter einen Hut bringen. Kein Wunder, dass uns der Schädel raucht und die Gedanken Karussell fahren bis in den Schlaf hinein.

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+++ Wichtige Info zur Sendung +++

10 Jahre "Mit Popsongs auf Sinnsuche" – Erstmals mit Hörer*innen im Gespräch
Seit 2010 gehen die "hr1 Sonntagsgedanken" jeden Sommer "mit Popsongs auf Sinnsuche". Die Songinterpretationen aus christlicher Sicht trafen von Anfang an bei der hr1-Hörerschaft auf große Resonanz. Dieses Jahr findet die Sommerreihe noch bis zum 16. August statt. Erstmals stehen Autorinnen und Autoren unter der Telefonnummer (069) 155 32 32 nach der Sendung für persönliche Gespräche über Musik- und Glaubensfragen zur Verfügung. Diesmal steht Pfarrer Stephan Krebs aus Darmstadt für Sie bereit, der über den Song "Hell to Heaven" von Midge Ure spricht.

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Ausmisten und Leihen statt Kaufen

Wie können wir unser Leben "vereinfachen"? Das geht äußerlich und innerlich. Man kann seinen Kleiderschrank ausmisten. 20 statt 200 Sachen wäre der erste Schritt. Oder bewusst weniger Fleisch essen, und mit den Lebensmitteln auskommen, die der Markt und die Jahreszeit gerade bieten. Im Internet finden Influencer, die diesen Lebensstil selbst pflegen und davon berichten, viele Klicks.

Auch einige Ordensgemeinschaften haben sich bewusst dem einfachen Lebensstil verschrieben. Bruder Andreas Knapp aus Leipzig ist promovierter Theologe und hatte hohe kirchliche Positionen. Heute wohnt er als Mitglied der "Kleinen Brüder vom Evangelium" in einer Leipziger Plattenbausiedlung, ohne Fernseher und Auto, aber gastfreundlich für die Nachbarn.

Bewusst atmen schafft Klarheit

Einfach leben hat zugleich eine innere Dimension. Wer weiß, wofür er lebt und alles darauf einrichtet, der ist "einfach" und nicht zerstreut in seiner Lebensorientierung. Manchmal reichen kleine Übungen, um wieder zum elementaren, einfachen Sein zu gelangen: zwei oder drei mal bewusst atmen ist eine bewährte Übung. Der Atem ist die zentrale Lebensäußerung, die uns von der Geburt bis zum Tod ohne jegliche willentliche Anstrengung begleitet.

Meditation kann heilsam sein

In der Meditation wird der Atem als Weg zum einfachen Da-Sein genutzt. Die heilsame Einfachheit des Atmens kann uns gesund machen, sagt der Gießener Hirnwissenschaftler Ulrich Ott ihm Gespräch. Einfach leben - einige suchen es bewusst im Urlaub. Kochen auf einer Flamme, zelten am See, spartanisch, dafür mitten in der Natur. Je elementarer die Umstände für den der es mag, desto "einfacher" das Leben.

Experten für das Einfache sind die Populisten. Aber es gibt eine Einfachheit, die zur Lüge wird. Jeder Politiker und Journalist kennt den schmalen Grat zwischen notwendiger Vereinfachung und allzu einfacher Verfälschung. Auch dazu haben wir Lebenserfahrungen gesammelt.

Das Gute liegt so nah

Corona hat vielen von uns die Erfahrung geschenkt, dass das Leben einfacher sein kann, ohne, dass es seine Qualitäten verliert. Auch hinterm Haus gibt es faszinierende Natur, wenn man die Augen aufmacht. Wir müssen nicht unbedingt erst zwölf Stunden fliegen, um Freude zu finden. In vielen kleinen, einfachen Dingen liegt sie vor unserer Haustür!

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Sonntagsgedanken Mit Popsongs auf Sinnsuche (4): Pfarrer Stephan Krebs, Darmstadt
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