Ein kleiner Virus hebelt gerade unsere größten Freiheitsrechte aus: Religionsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit, all das ist gerade de facto ausgesetzt. Darf der Virus das? Wieviel Freiheit darf man sich gegenüber unserem Grundgesetz herausnehmen, und wieviel Unfreiheit müssen die Bürger ertragen? Wir sind so frei und gehen diesen sowie weiteren Fragen zum Thema "Freiheit" auf den Grund.

Kirchenleute wollen Gottesdienste, Aktivisten wollen Demonstrationen. Und Millionen Bürger wollen wieder Urlaub. Aber vorerst bleibt es dabei, sehnsüchtig den Zugvögeln hinterherzuschauen. Freien Reiseverkehr gibt es gerade nur bei den gefiederten Freunden, die uns zeigen, dass die Welt eigentlich ein schöner Ort sein könnte.

Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und die in dieser Woche angedachten Lockerungen bedeuten noch nicht die Rückkehr zur Normalität. Wir müssen noch lange Zeit mit massiven Einschränkungen unserer Freiheit leben. Wie kommen wir damit klar?

Weitere Informationen

Weitere Links zum Thema Zugvögel

Infopapier zum Thema "Zugvögel und Vogelzug" vom NABU
Zugvögel in einer Bildergalerie von Gerhard Brodowski

Ende der weiteren Informationen

Wie fällt die Freiheitsbilanz im Homeoffice aus?

Beispiel Homeoffice: Das bietet die schöne Möglichkeit, mittags mal 20 Minuten auf dem Balkon Sonne zu tanken. Ein klarer Freiheitsgewinn! Aber: arbeiten plus Kinder plus kochen? Da ist das "freie" Arbeiten im geschützten Büro schon besser. Wie fällt die "Freiheitsbilanz" beim Homeoffice aus?

Manchen beschert Corona ganz ungeahnte Freiheiten. Die Türkei lässt tausende Häftlinge frei, und auch hierzulande gibt es wegen der Pandemie Haftverschonungen und frühere Entlassungen. Der Grund: wenn im Gefängnis Corona auftaucht, will man möglichst eine Zelle pro Häftling vorhalten können.

Man kann auch innerlich frei sein

Bildergalerie

Bildergalerie

zur Bildergalerie So kreativ ist das hr1-Team in der Corona-Krise

Ende der Bildergalerie

Das Wesen der Freiheit ist, dass man auch ohne äußere Freiheit innerlich frei sein kann. "Die Gedanken sind frei", heißt es im Lied. Und Freiheitskämpfer haben sich nie vor der äußeren Unfreiheit gefürchtet. Wieviel "innere Freiheit" lässt die Unfreiheit der Corona-Zeit uns übrige? Wir sprechen darüber mit Prof. Nico Rose, der eine Studie über das seelische Erleben der Corona-Pandemie erstellt.

Auch Menschen mit Einschränkungen, etwa wenn sie gebunden sind an den Rollstuhl, haben ja ihren Freiheitswunsch nicht aufgegeben. Auch sie leben Freiheit. Ist ihre Freiheit "weniger" als die gesunder, nicht eingeschränkter Menschen? Wir fragen nach.

Was ist aus der Freiheit der 68er-Bewegung geblieben?

Frei wie ein Vogel: Vögel nehmen sich die Freiheit, in wärmeren Gefilden zu überwintern. Aber vogelfrei? Mit diesem Attribut galt man im Mittelalter als rechtlose und geächtete Person mit völliger Schutzlosigkeit.

Freiheit ist ein anderes Wort dafür, nichts mehr zu verlieren zu haben, sang Janis Joplin 1970. Und schon ein Jahr zuvor erklang Richie Havens‘ "Freedom" auf dem Woodstock-Festival. Freiheit war das "Machtwort" der 68er. Was ist davon geblieben, in der Coronawelt ein halbes Jahrhundert später?

Beiträge in der Sendung
SendezeitBeitrag
Sonntagsgedanken Pfarrer Stephan Krebs, Darmstadt
Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit