"Es begab sich aber zu der Zeit…" - Jeder kennt den Anfang der Weihnachtsgeschichte im Lukas-Evangelium. In den Gottesdiensten zum Fest wird sie gelesen, in den Krippenspielen zum Heiligen Abend gespielt. Sie gehört zu den bekanntesten Geschichten der Welt: die Herbergssuche, die Geburt des Gotteskindes im Stall, die Aufwartung der Heiligen Drei Könige.

Aber warum wird so viel Aufhebens gemacht um eine Geschichte, die in vielen Punkten noch nicht mal historisch "stimmt"? Was ist die Wahrheit von solchen Geschichten? Mythen und Geschichten von Göttern und Helden kennen offenbar kein richtig oder falsch nach einem historischen Maßstab. Sie haben eine eigene, eine andere Wahrheit.

Ein Zwischenreich von Wahrheit und Fantasie

Sie schweißen all jene zusammen, die sich diese Geschichten erzählen und sich an ihnen orientieren. Und sie bringen das Heilige erzählend hinein in die Gegenwart. Und nicht zuletzt gilt: Geschichten sind spannend, attraktiver als bloße Fakten. Wer würde sich alle Jahre wieder einen Text über Weihnachten anhören, in dem komplizierte Theologie getrieben würde?

Überhaupt liegen zu Weihnachten die "wunderbaren" Geschichten in der Luft. Auf den Weihnachtsmärkten finden sich jetzt immer öfter Märchenerzähler, wie zum Beispiel in Kassel. Neben der bekannten Weihnachtsgeschichte gibt es viele Weihnachtsgeschichten, die besonders anrührend sind, weil sie von Wundern erzählen.

Geschichten haben die Kraft, zu verzaubern - und zwar nicht nur Kinder. Sie führen in ein Zwischenreich von Wahrheit und Fantasie, wie wir es aus den Träumen kennen. Wir hören gerne erzählte Geschichten, weil sie die großen Bilder wecken, die in unserer Seele liegen: dort gibt es auch Könige, Hirten, Jungfrauen, Schöne und auch Biester. Der "Herr der Ringe" und andere Kino-Produktionen zeigen, dass die großen, mythisch aufgeladenen Geschichten nicht nur im alten Griechenland des Odysseus, sondern auch heute noch Anklang finden.

Geschichten prägen unser Selbstbild

Geschichten kann eigentlich jeder Mensch erzählen. Was wir erlebt haben, das prägt uns. Wir erzählen uns und unseren Kindern unsere Lebensgeschichte in Geschichten. Wie der Papa damals mal ganz misslich im Kleistertopf landete oder wie die Mutter als Kind schon groß raus kam auf der Schultheaterbühne.

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Unsere biografischen Geschichten, das, woran wir uns erinnern, prägt unser Selbstbild, unsere Identität. Und es lohnt sich, die eigene Geschichte festzuhalten, aufzuschreiben, für Kinder und Enkel. Denn sie möchten gerne wissen, aus welcher "Geschichte" sie kommen, was die Familie durch die Generationen geprägt hat.

Menschen schreiben ihre Geschichte auf

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Dr. Andreas Mäckler, Leiter des Münchner Biografiezentrums, regt Menschen an, ihre Geschichte aufzuschreiben. Das ist für den Autor selbst und auch für die Leser in der Familie häufig eine Offenbarung. Und falls die Kinder und Enkel fragen: "Opa, erzähl' doch was aus Deinem Leben", dann kann er Ihnen wirklich etwas erzählen!

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Sonntagsgedanken Pastoralreferentin Anke Jarzina, Eltville
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