Schon wieder neue Corona-Regeln. Manche sind da verwirrt: Was gilt denn nun. Da wird der Ruf nach "klaren Ansagen" laut. Was dürfen wir, was dürfen wir nicht? Klare Ansagen sind manchmal nötig, sie können das Leben erleichtern. Aber sie nehmen uns auch die Verantwortung und die Möglichkeit, selbst frei zu entscheiden. Ein Sonntagmorgen über die Sehnsucht nach Autorität und die Bewahrung der Freiheit.

Woher kommt eigentlich die Sehnsucht nach klaren Ansagen? Das fragen wir den Psychologen Werner Gross aus Offenbach. Sonst sind wir doch immer darauf erpicht, unser Leben frei nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Machen klare Vorgaben in der Krise das Leben leichter? Wann ist es gut, wenn der Alltag durch gemeinsame Regeln strukturiert ist? Wie viel Eigenverantwortung müssen wir uns bewahren?

Wie lange?

Viele erwarten die klaren Ansagen von der Politik. Ansagen vor allem auch in der Frage, wie lange wir noch mit den Einschränkungen leben müssen. Aber kann jemand derzeit diese Ansagen machen? Wir fragen nach bei einem Politiker, der in diesen Pandemie-Wochen immer wieder entscheiden muss: Wie viele schlaflose Nächte bereiten solche Entscheidungen, die ja das Leben von Millionen Menschen betreffen.

Richtige Balance zwischen Ansage und Eigenverantwortung

Dass klare Ansagen manchmal Leben retten können, das wissen die Frauen und Männer von der Feuerwehr. Im Notfall kann nicht jeder einfach machen, was er oder sie denkt. Da gibt es klare Leitungs- und Entscheidungsstrukturen, die im Ausbildungszentrum der Frankfurter Feuerwehr auch eingeübt und trainiert werden. Und trotzdem muss im Einsatz jeder wissen, was er tut und warum. Auch bei der Feuerwehr gilt deshalb die Frage: Wie ist die richtige Balance zwischen Ansage und Eigenverantwortung.

Leitung in der Kirche

Eine klare Leitungsstruktur haben auch die katholischen Ordensgemeinschaften. Bei den Benediktinern zum Beispiel ist genau geregelt, welche Kompetenzen ein Abt oder eine Äbtissin hat. Unter den Mönchen gibt es eine klare Reihenfolge nach Alter, Ämtern und Mitgliedschaft. Aber ist es tatsächlich die Aufgabe der Äbtissin, klare Ansagen zu machen? Das benediktinische Leitungsideal sieht anders aus. In hr1 am Sonntagmorgen lassen wir es uns am Beispiel der Benediktinerinnen aus dem Kloster Eibingen erklären.

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