Der Spätsommer, wie wir ihn in dieser Woche erlebt haben, weckt immer ganz eigene Gefühle. Wir spüren ein Stück Wehmut, dass der Sommer sich langsam aber sicher dem Ende zuneigt und sind dankbar für jeden warmen Sonnenstrahl auf der Haut, der uns noch gegeben ist.

Wir genießen die Tage des "Altweibersommers" besonders intensiv, wenn die langen Spinnweben durch die Luft treiben und wir diese unvergleichlichen Farben erleben, mit denen die Sonne abends von einem klaren Himmel untergeht; was Fotografen ganz unruhig macht, denn dieses klare, farbstarke Licht gibt es im Sommer, wenn die Luft feuchter und diesiger ist, nur selten. Dann kommt die Nacht und bringt selbst nach warmen Tagen unerwartete Kühle, mit dem Nebel in den Wiesen und den Tautropfen, die jedes Spinnennetz nun zu einem Perlentraum wie auch 1001 Nacht macht.

Sonnenuntergang Hafen Offenbach

Federweißer und Zwiebelkuchen

Spätsommer ist auch die Zeit der Früchte: wir riechen den schweren, süß-vergärenden Duft der Äpfel in den Streuobstwiesen, und wir veredeln die Früchte in der Kelterei zu Säften und die Trauben zum Federweißen. Mit Zwiebelkuchen wird daraus ein Gaumenfest, das wie eine Jahresuhr den Herbst einläutet. Genauso wie die vielen Herbstblüher -Anemomen, Astern, Chrysanthemen-, die sich vor dem Ende des Vegetationsjahres noch einmal richtig in Farbenpracht legen, als wollten Sie das Vergehen des Herbstes noch möglichst lange verdrängen.

Früchte sammeln heißt es nun auch im übertragenen Sinn: Wie war dieser Sommer im Corona-Jahr 2020? Es gab keine Fernreisen, viele haben Deutschland neu entdeckt, den Garten und den Balkon so intensiv "bewohnt" wie nie zuvor. Freundschaften haben sich intensiviert und der Abstand brachte manche Beziehungen in ein neues Format. Manchmal hört man jetzt: Es war besser als erwartet, dieser so ganz andere Sommer 2020.

Spätsommer im Lebenslauf

Auch im Lebenslauf gibt es den Spätsommer. Wann würden Sie den Spätsommer des Lebens ansetzen? Vielleicht dann, wenn das Ende der aktiven Berufszeit in den Blick kommt, aber noch ein paar Jahre bevorstehen? Wenn man keine großen Neuanfänge mehr erwartet und auch keine Bäume mehr ausreißen muss, stattdessen aber ganz viel Routine und Erfahrung einbringen kann, Früchte eines langen Berufslebens? Solche Kollegen im "Spätsommer" sind bei jüngeren Mitarbeitern durchaus geschätzt.

Wir fangen am Sonntagmorgen einmal die Spätsommergefühle ein und sagen auch, warum der Altweibersommer nichts mit alten Weibern zu tun hat und was es tatsächlich mit dem "weiben" auf sich hat.

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