Soziale Beziehungen und menschliche Netzwerke sind für unser Wohlbefinden sehr wichtig. Familiäre Netze sind heute rissiger geworden. Nicht zuletzt wegen der großen Entfernungen. Und die sozialen Netzwerke des Internets bieten nicht die Verlässlichkeit, die Menschen aus Fleisch und Blut geben. Deshalb heißt die Devise heute: Vernetzt Euch!

Die geheimen Netzwerke der Tiere

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"Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile", lautet der Kern eines Zitats des griechischen Philosophen Aristoteles. Diese Weisheit praktizieren zum Beispiel Makrelen und andere kleine Fische. Sie erhöhen so ihre Überlebenschancen. Ob Raubtier oder Regenwurm, viele Tierarten sind untereinander vernetzt, weil es oft sinnvoller ist, miteinander zu kooperieren, anstatt zu konkurrieren. Klicken Sie mal durch unsere Bildergalerie!

Das Internet als anonymes Netzwerk

Man kann im Internet mit vielen Menschen und Gleichgesinnten in Kontakt treten und trotzdem ein einsamer Mensch sein. Der Attentäter von Halle scheint zu Hause wenig konkrete Beziehungen zu Menschen seiner Umgebung aufgenommen zu haben. Im Internet aber war er bestens vernetzt. Warum bietet das Internet für manche Menschen ein "Netz", die sich sonst schwer tun mit Beziehungen? Welcher Typ Mensch wird von der Netzwelt angezogen und aufgefangen? Wie verändert sich menschliche Kommunikation und das Leben als Ganzes, wenn sie im Virtuellen und Anonymen geschieht? Solche Fragen beantwortet eine Cyber-Psychologin im Gespräch.

Netzwerken nach dem Umzug besonders wichtig

Wenn es stimmt, dass heute die Einsamkeit zunimmt, weil wir häufiger als Singles leben und öfter den Wohnort wechseln, dann wir das alltägliche "Netzwerken" wichtiger. Wie können wir uns z.B. am neuen Wohnort verwurzeln? Gibt es Anlaufstellen für Neuankömmlinge? Manche Städte haben solche Angebote, oft sind es Facebook-Gruppen, die Stammtische für Neuankömmlinge anbieten. Aber hüten Sie sich vor zu wohlklingenden Profilen potentieller Freunde und Freundinnen - nicht immer verbirgt sich dahinter ein echtes Profil.

Kontakte und Beziehungen machen uns zufrieden und nachweislich gesund. Einsamkeit ist ein Gesundheitsrisiko. Deshalb macht sich die Psychologin Eva Wlodarek stark für ein beziehungsfreudiges Leben. Sie meint damit nicht nur die tiefen Freundschaftsbeziehungen, von denen wir profitieren. Auch der beiläufig freundliche Kontakt beim Spaziergang, beim Stamm-Weinhändler oder am Lieblings-Marktstand geben uns das gute Gefühl, sozial eingebunden zu sein.

Soziale Vernetzung wirkt sich auch aufs Gehirn aus

Eine gute Vernetzung in Familie, mit Freunden, Nachbarn und Kollegen ist schön. Sie spiegelt aber auch ein Grundprinzip der Natur. Denn Vernetzung ist ein evolutionäres Erfolgsmodell. Unser Gehirn mit seiner ungeheuren Leistungsfähigkeit basiert auf dem Zusammenwirken vieler neuronaler Netze. In der "vernetzten Selbstständigkeit" der Teile liegt das Prinzip, das inzwischen in der digitalen Welt der "Künstlichen Intelligenz" nachgebildet wird. Auch die Natur bietet beeindrucke Beispiele von erfolgreicher Vernetzung. Und schöne obendrein: denn die Spinnennetze, die jetzt im Herbst tauschwer in der Morgensonne leuchten, sind ein Schauspiel der Natur, das jeden anspricht.

Stricken gegen Fremdenfeindlichkeit

Das Motto "Vernetzt Euch!" setzt eine Strickgruppe in Frankfurt übrigens ganz buchstäblich um. Denn die Ehrenamtlichen treffen sich regelmäßig in einer Flüchtlingsunterkunft, um beim Stricken mit Flüchtlingsfrauen unkompliziert Gemeinschaft zu ermöglichen. Daran sieht man: man kann Netze nicht nur knüpfen, sondern auch stricken.

Beiträge in der Sendung
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Sonntagsgedanken Pastoralreferent Stefan Herok, Limburg
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