"Wir schaffen das!" Drei Worte, mit denen die Kanzlerin einer ganzen Nation Mut machen wollte. Solche Mutmach-Sätze hören wir immer wieder, seit wir Kinder waren. Wir tragen sie als innere Glaubenssätze in uns.

Aber es gibt auch die negativen Sätze: "Du kannst nichts." Wie solche Sätze unsere Grundeinstellung zum Leben prägen und wie wir gut damit umgehen können, das ist Thema am Sonntagmorgen in hr1.

Positives Denken kann man nicht einfach eintrichtern

Der Konstanzer Psychotherapeut Andreas Knuf weiß aus seinen Gesprächen mit vielen Menschen: Wir alle tragen solche Glaubenssätze und Grundeinstellungen in uns. Meist sind sie uns nicht bewusst. Und sehr oft sind es eher negative Sätze: Du kannst nichts! Es reicht nicht! Du bist nicht liebenswert!

Oft haben wir sie schon als Kinder in uns aufgenommen. Sie prägen unsere Selbstwahrnehmung und rauben uns den Mut zum Leben. Was man dagegen tun kann? Es hilft jedenfalls nicht, einfach positive Sätze dagegen zu halten, sagt Andreas Knuf und kritisiert damit eine ganze Industrie von Ratgeber-Büchern und Beratern, die uns positives Denken eintrichtern wollen.

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Wie aus negativen Glaubenssätzen eine positive Grundeinstellung zum Leben werden kann, verrät Andreas Knuf im Gespräch mit hr1. Es fängt damit an, sich die negativen Sätze bewusst zu machen von sich von ihnen zu distanzieren. Und dann den eigenen positiven Lebenserfahrungen zu vertrauen.

Innere Bilder und Sätze als tragfähige Glaubenssätze

Leistungssportler wissen, wie wichtig die innere Grundeinstellung ist. Marathonläufer zum Beispiel. Wenn der Lauf irgendwann zur reinen Qual wird, dann ist Durchhaltevermögen gefragt. Und dann kommt es auf die richtigen inneren Glaubenssätze an. Ein bloßes "Du schaffst das!" reicht da nicht aus, sagt der Sportpsychologe Joachim Lask in hr1.

Er ist selbst leidenschaftlicher Läufer. Wenn der Zweifel nagt, sagt er, dann brauche er Sätze, die ihn nach vorne ziehen, innere Bilder. Die Vorstellung zum Beispiel, unter dem Beifall der Menge ins Ziel einzulaufen. "Solche Sätze und Bilder muss ich mir vor dem Lauf zurecht legen und trainieren", sagt Lask. "Ich muss ihnen vertrauen können." Tragfähige Glaubenssätze.

Den Glauben auf einen Kernsatz bringen

Und was sagen die Religionen? Braucht der gläubige Mensch auch einen kurzen, prägnanten Glaubenssatz, auf den er im Leben vertrauen kann? Oft kommen die Religionen ja als komplizierte Gedankengebäude daher. Viele Menschen sagen, ich weiß gar nicht, wie ich glauben soll. Wir fragen nach bei Vertretern großer Religionen: Können sie ihren Glauben auf einen Kernsatz bringen?

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Sonntagsgedanken Pfarrer Johannes Meier, Kassel
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