E-Bike

Neben Fahrrädern sieht man immer mehr E-Bikes auf den Wegen. Leider häufen sich damit auch die Unfälle. Denn vor allem Anfänger unterschätzen die vermeintlich einfache Handhabung des Pedelecs.

Die Verkaufszahlen von E-Bikes boomen in diesem Sommer: Laut Statista gibt es in Deutschland mittlerweile mehr als 6 Millionen Pedelecs. Allein 2019 wurden rund 1,4 Millionen E-Bikes verkauft. Im Jahr 2023 sollen demnach weltweit mehr als 40 Millionen dieser Fahrräder verkauft ein, prognostiziert das Hamburger Meinungsforschungsinstitut.

Senioren bei Unfällen besonders gefährdet

Neben älteren Personen greifen längst auch Jüngere zum Rad mit der motorisierten Hilfe. Doch sind es vor allem Senioren, die auf ihrem Pedelec besonders gefährdet sind. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der tödlich verunglückten E-Radfahrer, die mit E-Bikes oder Pedelecs unterwegs waren: Es starben 28 Menschen mehr als im vergangenen Jahr (+32,6 Prozent). Der Grund dafür dürfte sein, dass auch die Zahl der Pedelec-Fahrer stark zugenommen hat.

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Unterschied Pedelec vs. E-Bike

Die Mehrheit aller angebotenen Elektro-Fahrräder sind eigentlich Pedelecs. Pedelecs bieten nur dann Motorunterstützung, wenn der Fahrer etwas mithilft und in die Pedale tritt. Erfolgt die Pedalunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde, gelten Pedelecs als Fahrrad und sind nicht zulassungspflichtig. E-Bikes hingegen fahren per Knopfdruck - auch ohne Pedalunterstützung. Dieses System ist ab sechs Kilometer pro Stunde zulassungspflichtig. Deshalb werden E-Bikes eher selten angeboten. Pedelecs haben somit den Vorteil, dass der Fahrer selbst entscheiden kann, wie viel Unterstützung er beim Radeln braucht. Wer ganz auf die Motorunterstützung verzichten will, kann sie ausschalten und herkömmlich Rad fahren.

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Haftpflichtversicherung überprüfen

Fahrern von E-Bikes wird daher dringend empfohlen, einen TÜV-geprüften Helm zu tragen und eine private Haftpflichtversicherung abzuschließen, bei der Pedelecs ausdrücklich mitversichert sind. Welche Regeln Sie als Pedelec-Fahrer sonst noch beachten sollten, hat Verkehrsexperte Cornelius Blanke vom ADAC für uns aufgelistet.

  • Ihr Pedelec sollten Sie nicht online, sondern im Fachhandel kaufen und sich dort erstmal umfassend beraten lassen.
  • Pedelec-Fahrer, die bis 25 km/h begrenzt fahren, dürfen und sollten auf dem Fahrradweg fahren.
  • Fahrer, die ein sogenanntes S-Pedelec haben, können bis zu 45 km/h fahren und müssen auf der Straße fahren. In diesem Fall gilt auch Helmpflicht.
  • Oft neigen Nutzer eines E-Bikes dazu, sich zu überschätzen und die Geschwindigkeit des E-Bikes zu unterschätzen. Es besteht dadurch eine erhöhte Unfallgefahr. Auch Autofahrer müssen hier aufmerksamer sein, da sich das Pedelec schneller einem Auto nähert als ein herkömmliches Fahrrad.
  • Ein Pedelec ist für einen Fahrrad-Fahrer eine Umstellung. Als Anfänger muss man sich mit dem neuen Gerät erst mal vertraut machen. Der ADAC empfiehlt daher: Zunächst auf Parkplätzen üben, bevor man auf den Fahrradweg oder die Straße wechselt.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 9.9.2020, 5-9 Uhr

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