Zivilcourage
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Um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten, ist die Bundespolizei oft auf Ihre Mithilfe angewiesen. Mit diesen sechs Regeln für mehr Zivilcourage tragen Sie erfolgreich dazu bei, im Ernstfall anderen zu helfen - ohne dabei selbst in Gefahr zu geraten.

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Hinsehen, Handeln, Helfen – mit der "Aktion-tu-was" der Polizei kann jeder lernen, sich im Ernstfall für andere einzusetzen, statt wegzuschauen. Sie zeigen, dass jeder Mensch – unabhängig von Alter, Geschlecht, Größe oder Körperbau – Hilfe leisten kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Ganz wichtig: Ihr persönlicher Schutz steht an oberster Stelle.

Das sind die sechs Regeln für mehr Zivilcourage:

  • 1. Helfen Sie, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen

Agieren Sie deeskalierend, zeigen Sie keine aggressive Körperhaltung. Sie sollten auf keinen Fall "den Helden spielen" – schon eine umsichtige Reaktion kann helfen. Schauen Sie nicht weg, seien Sie aufmerksam, sprechen Sie andere (mögliche) Helfende direkt an oder sagen Sie laut, dass Sie Hilfe organisieren. Dies kann bereits dazu beitragen, dass von dem Opfer abgelassen wird. Und lassen Sie sich auf keinen Fall provozieren oder auf eine Kommunikation mit Tätern/Angreifern ein.

  • 2. Organisieren Sie Hilfe unter Notruf 110

Den gebührenfreien Notruf 110 kann jeder wählen. Sie haben kein Mobiltelefon oder der Telefon-Akku ist leer? Dann bitten Sie eine andere Person, umgehend die Polizei zu verständigen. Wichtig ist es, die Situation kurz und bündig zu schildern: Wo ist das Ereignis? Wer ruft an? Was ist geschehen? Wie viele Betroffene? Warten Sie auch auf eventuelle Rückfragen. Im Ausland wenden Sie sich an den dortigen Polizeinotruf 112 oder die nächstgelegene Polizeidienststelle.

  • 3. Fordern Sie andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf

Holen Sie sich Hilfe von weiteren Personen, die im direkten Umfeld anwesend sind. Bitten Sie diese aktiv und direkt um Mithilfe. Einer solchen direkten Ansprache kann man sich nur schwer entziehen. Versuchen Sie zudem, das Opfer anzusprechen und aus der gewaltbesetzten Situation herauszuholen. Lassen Sie sich bei Bedarf etwas Überraschendes einfallen (paradoxe Intervention), doch sprechen Sie niemals den Konflikt an sich an!

  • 4. Beobachten Sie genau und prägen Sie sich Täter-Merkmale ein

Wie sah der Täter aus? Welche Kleidung trug er? Wohin ist er gegangen? Die Polizei ist auf Unterstützung angewiesen. Oft sind es kleine Details, die dazu beitragen, dass der Täter zur Verantwortung gezogen werden kann. Nutzen Sie dazu die Zeugenkarte der Bundespolizei.

  • 5. Kümmern Sie sich um Opfer

Erste Hilfe kann lebenswichtig sein! Kümmern Sie sich deshalb unverzüglich um verletzte Personen. Verschaffen Sie sich einen Überblick, wie Sie Hilfe leisten können. Bitten Sie auch andere Personen um Unterstützung.

  • 6. Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung

Mit Ihrer Aussage zum Geschehen tragen Sie dazu bei, dass die Straftat umfassend aufgeklärt werden kann.

Schulungen der Bundespolizei

Die Bundespolizei bietet im Übrigen Schulungen für verschiedene Altersgruppen zum Thema Zivilcourage an. Dabei geben Bundespolizisten Tipps, wie man in kritischen Situationen ein umsichtiges Zeugen-Helfer-Verhalten zeigt, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Die meisten Reisenden fühlen sich in Konflikt- und Bedrohungssituationen hilflos, welche Maßnahmen sie ergreifen sollten.

Sendung: hr1, hr1 am Sonntagmorgen, 05.05.2019, 6-10 Uhr

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