Hessische Mundart

Sie haben nie verstanden, wie spät es um "viertel vier" ist? Keine Angst, diese regionale Zeitangabe ist vom Aussterben bedroht. Aber auch andere Begriffe aus deutschen Dialekten wird es bald nicht mehr geben. Und wenn Sie wissen wollen, wer wie wo spricht, babbelt oder schnackt - machen Sie den Test!

30 Jahre nach der deutschen Einheit wird auch die deutsche Sprache wird immer einheitlicher. Das haben Forscher der Universitäten Bern, Zürich und Salzburg in einer Studie mit einer dreiviertelmillion Teilnehmern herausgefunden, in der nach regionalen Ausdrücken gefragt wurde. Demnach verschwinden zwischen Ostsee und Alpen viele Dialektausdrücke. Manche langsamer, manche schneller.

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Grüezi, Moin, Servus - wie wir wo sprechen

Hier können Sie das Quiz zur Sprachstudie spielen.

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Die Wissenschaftler werteten für die Studie Antworten aus einem Onlinequiz aus. Darin wurde zum Beispiel gefragt, ob man Klöße aus Hackfleisch "Bulette", "Klops" oder "Fleischpflanzerl" nennt. Oder wie man zum Fußballspielen sagt: "bolzen", "fußballen", "kicken" oder "pöhlen". Die Genauigkeit der Quiz-Ergebnisse überzeugte auch die hr1-Onlineredaktion. Vier Redakteure unterschiedlicher regionaler Herkunft wurden korrekt ihrem Heimatdialekt zugeordnet.

Hochdeutsch angesehener als Dialekt

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Als Grund für die Angleichung der Sprache sieht Adrian Leemann von der Universität Bern die zunehmende Mobilität der Menschen. Vor allem aus ländlichen und strukturschwachen Regionen, in denen noch stärker Dialekt gesprochen wird, ziehen sie in die Städte und Ballungszentren. Das zeige sich besonders stark in Ostdeutschland. "Wenn man sich verstehen will, passt man sich an", so der Forscher. Außerdem setze sich Hochdeutsch auch deshalb durch, weil es in vielen Regionen angesehener sei als Dialekt. Nur in Bayern, Österreich und der Schweiz verändert sich die Sprache nicht ganz so schnell.

So wird sich laut der Sprachforscher über kurz oder lang wohl auch die Zeitangabe "Viertel nach drei" gegenüber "viertel vier" durchsetzen. In beiden Fällen ist es 15:15 Uhr. Doch verliert die vor allem im Osten, Franken und Baden verbreitete Viertel-Vier-Form immer mehr an Bedeutung.

Sendung: hr1 am Nachmittag, 7.1.2020, 15-19 Uhr

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