Szene aus Tatort "Der Mann, der lügt"
Szene aus Tatort "Der Mann, der lügt" mit (Manuel Rubey als Jakob Gregorowicz. Bild © SWR/Alexander Kluge

"Der Mann, der lügt" wird komplett aus der Perspektive des Verdächtigen erzählt und stellt die Kommissare Lannert und Bootz dadurch in ein ganz anderes Licht. Ein starker Krimi, findet unser Tatort-Experte Philipp Münscher.

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„Der Zuschauer leidet mit.“ Zitat von hr1-Tatort-Extperte Philipp Münscher
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Tatort: "Der Mann, der lügt" aus Stuttgart
Kommissare: Lannert und Bootz (Richy Müller und Felix Klare)
Regie: Martin Eigler
Termin: 04.11.2018, 20:15 Das Erste

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Lügen haben kurze Beine. Besonders, wenn man es mit zwei Kriminalkommissaren wie Thorsten Lannert und Sebastian Bootz zu tun hat. Die sind jetzt seit zehn Jahren als Tatort-Team in Stuttgart im Einsatz und lassen auch im aktuellen Fall nicht locker. So wird aus einem Zeugen, der sich in Widersprüche verstrickt, allmählich ein Tatverdächtiger.

Seit mindestens zwei Jahren will Jakob Gregorowicz (Manuel Rubey) keinen Kontakt zu Uwe Berger, dem Mordopfer, gehabt haben. Aber warum steht sein Name dann im Terminkalender des Toten? Lannert und Bootz starten einen zweiten Versuch und fangen Gregorowicz und seine Frau beim Tennis ab. Dass er gelogen hat, ist schnell klar. Aber er hat auch eine nachvollziehbare Erklärung dafür bereit, wie sein Anwalt betont.

Doch die Kommissare lassen nicht locker und Jakob Gregorowicz kommt langsam ins Schwitzen. Warum sagt der Mann nicht die Wahrheit? Was versucht er zu verbergen? Immer tiefer verstrickt sich der Familienvater in sein Lügengespinst und zieht andere mit in den Schlamassel. Das Netz zieht um ihn sich immer weiter zu, die Geduld der Ermittler gerät an ihre Grenzen.

Gelungener Perspektivwechsel

"Der Mann, der lügt" ist ein besonderer Tatort, denn er wird komplett aus der Perspektive des Verdächtigen erzählt. Der Zuschauer leidet mit dem Protagonisten mit, der versucht, seine heile Welt zu retten und sich in immer weitere Unwahrheiten verstrickt.  

Und man erlebt damit auch die Kommissare ganz anders als sonst, weniger als sympathische Helden, sondern als unangenehm, lauernd und bohrend. Sie befragen Gregorowicz, sie umschleichen ihn, sie misstrauen ihm.

Die Stuttgarter liefern zu ihrem zehnjährigen Jubiläum wieder mal einen starken Tatort ab. Es ist ein wirklich gelungener Perspektivwechsel. Leider ist die Auflösung am Ende etwas unbefriedigend. Deshalb gibt es einen Punkt Abzug. Aber das sind ja immer noch stolze 4 von 5 Blaulichtern.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 4.11.2018, 9 Uhr

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