Mann mit Stirnfalten
Bild © Colourbox.de

"Denkerfalten" sind typisch bei Dauerstress. Sie können aber auch ein Signal für ein krankes Herz sein, so das Ergebnis einer Langzeitstudie.

Nach einer neuen Studie haben Menschen mit ausgeprägten und für die Altersklasse untypisch vielen Stirnfalten ein erhöhtes Risiko, an einer Kreis-Kreislauf-Krankheit zu sterben. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie eines französischen Forscherteams um Professor Yolande Esquirol von der Uniklinik Toulouse. Die Studienautorin hatte zu Beginn ihrer 20-jährigen Studie die Stirnfalten von 3.200 gesunden, berufstätigen Testpersonen im Alter zwischen 32 bis 62 Jahren "kartografiert".

Stirnfalten könnten Anzeichen für Atherosklerose sein

Von den 233 Probanden, die innerhalb der Studienphase verstarben, hatten 15, 2 Prozent zwei oder drei Stirnfalten, 6,6 Prozent hatten eine und 2,1 Prozent gar keine "Denkerfalten". Das Ergebnis der Langzeitstudie: Im Vergleich zu "faltenfreien" Probanden wiesen die Personen mit den meisten Stirnfalten ein zehnmal höheres Sterberisiko auf, an Herzproblemen zu sterben. Warum dies der Fall ist, weiß das französische Forscherteam jedoch noch nicht. Die Wissenschaftler vermuten, dass es mit Atherosklerose zusammenhängen könnte - eine der häufigsten Ursachen für Herzinfarkte und Herzkrankheiten. "Stirnfalten könnten ein Anzeichen für Atherosklerose sein", so Studienleiterin Yolande Esquirol.

Ratschläge zur Risikoverringerung

"Stirnfalten sind zwar keine sicherere Methode zur Erkennung von kardiovaskulärem Risiko als die bereits existierenden Methoden — aber sie könnten ein erstes Warnsignal sein", relativiert Esquirol und warnt aber zugleich: "Je mehr Falten ihr habt, desto größer ist das Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben“. Risikofaktoren wie einen hohen Cholesterinspiegel oder Bluthochdruck könne man nicht sehen: Aber "wir untersuchten Stirnfalten als Marker. Ein Blick auf das Gesicht eines Patienten reicht, um Alarm zu schlagen, und wir können ihm Ratschläge geben, wie das Risiko verringert werden kann", referiert Esquirol.

Erste Ergebnisse müssen nun bestätigt werden

Die ersten Ergebnisse müssten in künftigen Studien bestätigt werden. "Aber sie können schon jetzt in Arztpraxen und Krankenhäusern praktisch angewendet werden. Das kostet nichts und bedeutet keinerlei Risiko", Eine Untersuchung im Hinblick auf Falten im Augenbrauen-Bereich könnte eine einfache und kostengünstige Methode sein, Menschen mit hohem Sterbe-Risiko zu identifizieren. Die Studienergebnisse stellte Dr. Yolande Esquirol auf dem „Europäischen Kardiologiekongress (ESC) 2018“ in München vor. Der ESC ist einer der weltweit größten Medizinkongresse.

Sendung: hr1, hr1 am Nachmittag, 7.9.2018, 15 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit