Tatort: Wer jetzt allein ist
Bild © MDR/Bildmontage hr1

Im Internet ist vieles schleierhaft und man weiß nie, auf wen man trifft - genauso schleierhaft ist der Mord an einer Dresdner Studentin, die Online-Dating nutzte. Eher wirr ist dann auch der ganze Fall, findet hr1-Tatort-Experte Philipp Münscher.

"Wer jetzt allein ist" heißt der neue Tatort aus Dresden - und allein ist nach dem Fall erstmal Kommissarin Karin Gorniak, denn ihre Kollegin Hennie Sieland macht Schluss. Das Dreiergespann aus Gorniak, Sieland und Kommisariatsleiter Peter Michael Schnabel erlebt also seinen letzten gemeinsamen Tatort. Schuld daran ist dieser Fall, der Sieland dazu bewegt, die Polizei verlassen zu wollen.

Tödliches Pflaster Internet

Die Studentin Doro Meisner wird vor einer Disco in Dresden umgebracht. War es ein Racheakt? Die ersten Spuren führen zu einem Online-Dating-Portal, bei dem Doro zahlreichen Männern unter dem Pseudonym "Birdy" falsche Liebesversprechen gemacht haben soll. Die Betrogenen nennen sich die "Vogeljäger" und haben sich in einem Forum organisiert, um Jagd auf Doro zu machen.

Tatort: Wer jetzt allein ist
Wie geht's weiter? Die Kommissarinnen Henni Sieland (Alwara Höfels, links) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) haben die Lage nach dem Mord gesichtet. Bild © MDR

Schnell stellt sich heraus, dass der Betreiber des Dating-Portals Schuld an den gebrochenen Herzen der "Vogeljäger" hat. Er nutzte Doros Fotos, um ein Fake-Profil einzurichten und seine eigenen Kunden auszunehmen. Damit steht die Polizei wieder bei Null, kann sich aber durch intensive Befragungen auf zwei Verdächtige beschränken. Gorniak und Sieland starten gegen den Willen ihres Chefs eine Undercover-Aktion: Sie melden sich auf der Dating-Plattform an, um an die möglichen Täter heranzukommen.

Tatort: Wer jetzt allein ist
Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) ist verärgert über die Berichterstattung zum Fall. Bild © MDR

Unbeeindruckter Experte

"Ein Schritt vor, zwei zurück – nachdem der letzte Dresden-Tatort endlich mal sehenswert war, ist "Wer jetzt allein ist" wieder ein deutlicher Rückschritt.", meint Tatort-Experte Philipp Münscher. Er sieht eine wirre und konstruierte Story, die künstlich und aufgesetzt anmutet. Lediglich der Showdown im Haus des Mörders ist überzeugend und rettet dem Fall zwei von fünf Blaulichtern. Der Experte hofft jetzt, dass die Neuaufstellung des Teams zur Chance für den Dresden-Tatort wird.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 18. Mai 2015, 10 Uhr

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