Fahrschulen-Leuchtschild
Bild © picture-alliance/dpa

Täuschungsversuche bei der theoretischen Führerscheinprüfung haben in Deutschland Hochkonjunktur - auch in Hessen. Immer mehr junge Fahranwärter mogeln und betrügen, um den begehrten "Lappen" zu bekommen. Doch wie sieht es mit Ihnen aus? Würden Sie die Führerscheinprüfung heute noch bestehen? Testen Sie sich!

2010 gab es in Hessen weniger als zehn aufgedeckte Betrugsversuche, 2018 stieg die Zahl rasant an und lag bei 120 - Tendenz steigend. Die Dunkelziffer wird von Experten sogar auf über 1000 Betrugsversuche geschätzt.

Schummelversuch gilt nicht als Straftat

Werden Prüflinge erwischt, sind sie nicht etwa einsichtig oder fühlen sich peinlich berührt, sondern sie werden vielfach sogar aggressiv. Hinzu kommt, dass Fahrlehrer nichts gegen die Schummler in der Hand haben. Das Delikt gilt nämlich weder als Straftat noch als Ordnungswidrigkeit. Weil schummelnde Fahrschüler aber später die Verkehrssicherheit gefährden, fordert die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, einen Täuschungsversuch als Straftatbestand festzulegen.

Warnwesten gegen Kamera-Tricks

Die Tricks der Fahranwärter reichen dabei von klassischen Ausweisfälschungen bis hin zur "Kamera im Knopfloch": Dabei stecken hochauflösende HD-Mini-Kameras entweder im Knopfloch, an der Brille oder am Kopftuch. Sie sind kaum größer als ein Stecknadelkopf und nur schwer auszumachen. So werden dann die Prüfungsfragen aufgezeichnet, an einen Helfer nach draußen übertragen und dieser gibt dem Prüfling die korrekten Antworten per Mikrofon im Ohr durch.

Um den Täuschungsversuchen Einhalt zu gebieten, werden den Prüflingen mittlerweile vorbeugend Warnwesten falsch herum angezogen, damit ihnen dadurch die Sicht der Mini-Kamera verdeckt und zumindest die Variante "Kamera im Knopfloch" ausgeschlossen werden kann. "Die Technische Prüfstelle setzt außerdem Frequenzscanner und Metalldetektoren ein", erläutert TÜV-Prüfstellen-Leiter Herrmann.

Testen Sie sich

Übrigens ist mehr als jeder fünfte hessische Führerscheinanwärter 2017 bei der Prüfung gescheitert. Sogar noch höher ist die Zahl bei der Theorie-Prüfung: 31,4 Prozent, also fast jeder Dritte, fiel dabei durch.

Die Arbeitsgemeinschaft "TÜV | Dekra arge tp 21", ein Zusammenschluss von verschiedenen TÜV-Vereinen und der Prüfgesellschaft Dekra, kümmert sich seit fast 20 Jahren um die Weiterentwicklung der Führerscheinprüfungen. Auf der unten verlinkten Webseite stellt die Arbeitsgemeinschaft eine Demonstration der theoretischen Führerscheinprüfung zur Verfügung.

Würden Sie heute noch bestehen? Probieren Sie es hier aus! Mehr Informationen zur Arbeitsgemeinschaft und weitere Tests zu anderen Führerscheinklassen gibt es auf fahrerlaubnis-tuev-dekra.de.

Sendung: hr1, hr1 Koschwitz am Morgen, 19. Februar 2019, 5 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit