Fahrräder
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Rund 8,7 Millionen Euro Schaden sind im letzten Jahr durch Fahrraddiebstähle in Hessen entstanden. Eine beachtliche Zahl trotz Rückgang der Delikte. Wie Sie Ihr eigenes Fahrrad besser schützen können, haben wir hier zusammengefasst.

Man kommt von der Arbeit, möchte sich auf sein Rad schwingen, nach Hause strampeln und muss dann doch laufen - oft liegt das daran, dass das Fahrrad geklaut wurde. Die gute Nachricht ist aber: Fahrraddiebstähle in Hessen gehen zurück. Gab es 2016 noch über 15.000 gemeldete Fälle, waren es ein Jahr später nicht mal mehr 13.000. Die Zahlen sind aber immer noch hoch und einen definitven Diebstahlschutz für Fahrräder gibt es nicht. Wer ein paar einfache Regeln beachtet, kann das Risiko aber deutlich verringern.

Sieben Tipps gegen Langfinger am Fahrrad

  • Ein stabiles Schloss ist die halbe Miete: Kein Schloss ist unknackbar, aber hochwertige Materialien und der richtige Schließmechanismus machen viel aus. Halten Sie sich an stählerne Ketten- oder Bügelschlösser. Der Nachteil dabei ist häufig ihr Gewicht und die erschwerte Nutzung an dicken Gegenständen wie Bäumen oder Laternenpfählen.
  • Anschließen statt Abschließen: Fahrräder, die nicht an einem Fahrradständer oder ähnlichem angeschlossen sind, können auch trotz schwerstem Schloss einfach weggetragen werden.
  • Einsperren statt Absperren: An vielen Bahnhöfen oder anderen öffentlichen Einrichtungen gibt es Fahrradboxen. Die vergitterten Zellen können gemietet werden und bieten vor allem Sicherheit gegen den Diebstahl von einzelnen Fahrradteilen.
  • Nicht nur das Wie sondern auch das Wo ist wichtig: Stellen Sie Ihr Fahrrad immer an möglichst belebten Plätzen ab. Oft hilft es das Fahrrad in einen Pulk anderer Fahrräder zu stellen, um potentiellen Dieben die "Auswahl" zu erschweren. Nachts sollte das Fahrrad nicht außerhalb des Lichtscheins einer Laterne stehen, damit sich niemand ungesehen daran zu schaffen machen kann. Achten Sie außerdem darauf Ihr Fahrrad nicht immer am selben Ort abzustellen, um für aufmerksame Diebe unberechenbar zu bleiben.
  • Einzigartig muss es sein: Besondere Lackierungen oder spezielle Sonderanfertigungen am Fahrrad fallen immer auf. Solche individuellen Merkmale am Bike schrecken die "Fahrradknacker" ab.
  • Kodieren und Registrieren: In vielen Städten gibt es die Möglichkeit der Fahrradregistrierung. Dabei nimmt die Polizei wichtige Daten zum Fahrrad (wie zum beispiel die Rahmennumer) in eine Kartei auf und versieht das Rad mit einem deutlich sichtbaren Aufkleber. Noch abschreckender als der Aufkleber ist eine Kodierung, bei der verschlüsselte Daten zum Besitzer aufgeklebt oder eingraviert werden. Wiedergefundene Fahrräder können so leichter wieder zum Eigentümer zurückgeführt werden.
  • Vier Wände und ein Dach darüber: Das beste Mittel gegen Langfinger ist immernoch, das Fahrrad im eigenen Haus abzustellen. Viele Häuser haben einen Fahrradkeller, bei anderen muss es eben mit in die Wohnung.
Fahrraddieb
13.773 Fälle von Fahrraddiebstahl wurden 2017 bei der Polizei Hessen gemeldet. Schlösser mit einem Bolzenschneider aufzubrechen war dabei keine Seltenheit. Bild © Imago

Fahrrad weg - was tun?

In Hessen wurden in den letzten Jahren nur rund 11 Prozent der Fahrraddiebstähle aufgeklärt. Die Chance, sein Rad wiederzubekommen ist gering. Trotzdem ist es wichtig, den Diebstahl der Polizei zu melden und - sofern vorhanden - auch der Versicherung. Da viele Fahrräder häufig nur für eine kleine Spritztour verwendet und dann wieder abgestellt werden, kann man auch Zettel in der Umgebung anbringen mit der "Vermisstenmeldung". Über einen längeren Zeitraum lohnt es sich auch immer mal wieder bei den zuständigen Behörden nachzufragen, ob das Fahrrad gefunden wurde.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 4. Juni 2018, 10 Uhr

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