Vier Nacktschnecken auf einer Wiese

Nacktschnecken gehören zu den natürlichen Feinden des Gärtners. Sie fressen Blumen und Gemüse und hinterlassen kahle Beete. Bei der Jagd auf die schleimigen Plagegeister sollte man aber auf natürliche Methoden setzen.

Tigerschnegel und Rote Nacktschnecke

Fast 90 Prozent aller Schneckenschäden in heimischen Gärten hat die Spanische Wegschnecke zu verantworten. Sie wurde in den 60er Jahren eingeschleppt und hat hier so gut wie keine natürlichen Feinde. Eine Ausnahme gibt es aber doch: den Tigerschnegel. Diese Nacktschneckenart frisst die Eier der Spanischen Wegschnecke und soll sogar die ausgewachsenen Tiere angreifen. Verschonen Sie deshalb dieses getigerte Kriechtier!

Bereiche trocken halten

Nacktschnecken lieben Feuchtigkeit. Ein erster Schritt, es den Tieren im Garten schwer zu machen, ist daher, den Bereich um die Beete möglichst offen und trocken zu gestalten. Dichter Bewuchs speichert Feuchtigkeit und bietet Schnecken einen idealen Lebensraum. Offene und trockene Plätze machen ihnen dagegen das Leben schwer.

Eine Möglichkeit ist, rund um die Beete Sägemehl, Gesteinsmehl oder Kalk zu streuen. Auch Rindenmulch oder ein Band aus Schafwolle halten die Schnecken ab. Raue Oberflächen werden von ihnen gemieden. Kalk verätzt ihre Sohle. Die Schafwolle saugt ihren Kriechschleim auf. Leider müssen diese Methoden bei regenreichen Wetterperioden häufig wiederholt werden. Selbst hergestellter Kaffee- oder Chili-Sud darf im Privatgarten dagegen nicht ausgebracht werden. Das verbietet das Pflanzenschutzgesetz.

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Schneckenzaun und Lebermoosextrakt

Wirksam - wenn auch teuer - ist natürlich ein professioneller Schneckenzaun aus dem Baumarkt. Beachten Sie aber hierbei, dass Sie nach dem Setzen des Zauns Ihr Beet auf verbliebene Schnecken kontrollieren und diese absammeln. Apropos Absammeln: Das ist natürlich immer ein probates Mittel - wenn auch sehr aufwändig.

Auch einige Kräuter und Blumen wie Rosmarin, Thymian, Eisenhut und Fingerhut sowie Gräser, Farne, Hauswurz und Fette Henne können Nacktschnecken abschrecken. Wo es sich anbietet, kann man sie zum Schutz anpflanzen. Eine Garantie gibt es dafür aber nicht. Das Umweltbundesamt empfiehlt Produkte auf Basis von Lebermoosextrakt, mit denen die zu schützenden Pflanzen besprüht werden.

Laufenten ja, Bierfallen nein

Eine andere natürliche Art, die schleimigen Biester zu bekämfen, sind Laufenten. Ein Paar hält eine Fläche von 1.000 Quadratmetern schneckenfrei. Denken Sie hierbei aber an die artgerechte Haltung der Enten. Sie benötigen auf jeden Fall einen Teich. Denn die Enten waschen die Schnecken darin, bevor sie sie verschlingen. Ansonsten können sie an den Happen ersticken. Wer sich das Federvieh nicht gleich anschaffen will, kann die Schneckenfresser mancherorts auch mieten.

Bei den viel gepriesenen Bierfallen sollten Sie bedenken, dass diese noch mehr Schnecken anlocken. Und ob die dann wirklich alle in die Falle gehen... Außerdem gehen auch Nützlinge in diese Falle und verenden. Bewährt hat sich dagegen die Salatfalle: Legen Sie abends einzelne Salatblätter unter einen nassen Sack oder ein feuchtes Tuch. Am Morgen können Sie die vollgefressenen Schmarotzer einsammeln. Tote Schnecken aber nicht auf dem Kompost entsorgen! Dort locken sie nur ihre kannibalistischen Artgenossen an.

Schneckeneier einsammeln

Zuletzt sollten Gartenbesitzer im Spätsommer und Herbst die Gelege mit den Schneckeneiern aufspüren und diese über den Hausmüll entsorgen. Auch wenn das wie eine reine Sisyphusarbeit erscheint.

Die Gelege finden sich in der Regel an feuchten Plätzen wie unter Regentonnen oder in Ritzen und Spalten. Wenn man bedenkt, dass eine Schnecke bis zu 400 Eier legt, aber eine durchaus lohnende Suche.

Videobeitrag

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zum hr-fernsehen.de Video Schnecken im Garten – Beseitigung geht auch ohne Gift

Spanische Wegschnecke, Portugiesische Wegschnecke (Arion lusitanicus), Schneckenfraß an Dahlien.
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Sendung: hr1 am Vormittag, 9.7.2020, 9-12 Uhr

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