Ein Wassertropfen fällt in eine Schüssel

Große Hitze und Trockenheit haben in einigen hessischen Orten zu einer Wasserknappheit geführt. Im Taunus haben einige Kommunen sogar den Trinkwassernotstand ausgerufen. Was bedeutet das für die Bewohner?

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zum hessenschau.de Video Wassernotstand wegen Hitze

hs
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Die Gemeinden Weilrod, Schmitten und Grävenwiesbach im Hochtaunuskreis haben wegen der anhaltenden Trockenheit den Trinkwassernotstand ausgerufen. In Oberursel, Steinbach und Kronberg ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis das auch dort geschieht. In Weilrod wurde am vergangenen Samstag der Wasserverbrauch eines ganzen Tages bereits zur Mittagszeit erreicht.

Doch was bedeutet das für die Verbraucher, wenn der Trinkwassernotstand erklärt wird? Das regelt die Gefahrenabwehrverordnung der jeweiligen Gemeinde, die sich auf das hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung bezieht. Das Füllen von Pools und das Bewässern landwirtschaftlicher Flächen ist dann zum Beispiel nicht mehr erlaubt. Alle Regelungen im Detail finden Sie hier.

Verbote während des Trinkwassernotstands

Wasser aus öffentlichen Trinkwasserleitungen darf nicht verschwendet oder aufgespeichert werden.

Wasser aus öffentlichen Trinkwasserleitungen darf nicht mehr für folgende Zwecke verwendet werden:

  • Zum Beregnen, Berieseln, Bewässern und Begießen von landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen, Gärten und Kleingärten.
  • Zum Beregnen von Hof-, Straßen- und Wegeflächen, Rasen- und Grünflächen, Parkanlagen, Spiel- und Sportplätzen, Terrassen, Dächern, Wänden, Anlagen und Bauwerken.
  • Zum Betreiben von künstlichen Springbrunnen, Wasserspielanlagen, Wasserbecken, privaten Schwimmbecken und ähnlichen Einrichtungen.
  • Zum Kühlen oder Reinigen von Anlagen und Gegenständen am fließenden Wasserstrahl oder durch Berieseln sowie zum Betrieb von Klimaanlagen.
  • Zum privaten oder gewerblichen Waschen und Abspritzen von Fahrzeugen aller Art, soweit dies nicht aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich ist.

Auch Sperrzeiten für Wasserentnahme sind möglich

Ausnahmen gelten für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie Gärtnereien und lebensmittelverarbeitende Betriebe, wenn die Wasserentnahme zur ordnungsgemäßen Aufrechterhaltung des Betriebes erforderlich ist.

Darüber hinaus kann die Gemeindeverwaltung weitere Einschränkungen bis hin zur Festsetzung von Sperrzeiten anordnen. Bei Verstößen gegen diese Verordnungen sind Bußgelder fällig, die aber von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ausfallen. In Schmitten etwa sind es 5000 Euro.

Zahl der Pools steigt

Neben extremer Hitze und Trockenheit sorgen aber auch die Folgen der Corona-Pandemie für Wasserknappheit im Taunus. Der private Verbrauch steigt, weil viele Menschen im Homeoffice arbeiten, anstatt nach Frankfurt oder Wiesbaden ins Büro zu fahren. Und viele Anwohner verzichten auf eine Urlaubsreise. Die Zeit verbringen sie dann daheim, wo sie sich im Garten einen Pool aufbauen und befüllen. Rund 91.000 Aufstellbecken mit einer Wassertiefe von mehr als einem Meter sowie 1,2 Millionen Aufstellpools mit einer Tiefe unter einem Meter gibt es laut Statistik des Bundesverbandes Schwimmbad & Wellness in Deutschland. Tendenz steigend.

Sendung: hr1 am Mittag, 11.8.2020, 12-15 Uhr

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