Nicht invasiver Pränatal-Test

Ein "Nicht invasiver Pränatal-Test" kann mit großer Wahrscheinlichkeit klären, ob ein ungeborenes Kind am Down Syndrom leidet. Kritiker befürchten dadurch mehr Abtreibungen. Professor Frank Louwen fordert in hr1, dass der Test Kassenleistung wird.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Prof. Frank Louwen: "Trisomie-Test muss Kassenleistung werden"

Prof. Frank Louwen
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Der "Nicht invasive Pränatal-Test" - kurz NIPT - kann mit großer Wahrscheinlichkeit Klarheit darüber geben, ob das Kind im Leib der Mutter Trisomie 13,18 oder 21 hat. Bislang können Ärzte diese Diagnose mittels einer Fruchtwasseruntersuchung und Ultraschall erkennen. Doch diese Untersuchungen erhöhen das Risiko eine Fehlgeburt um 0,5 bis 1 Prozent.

Deshalb wird nun darüber diskutiert, dass der NIPT zur Kassenleistung wird. Was widerum Kritiker auf den Plan ruft, die befürchten, dass sich dadurch die Zahl der Abtreibungen erhöht, wenn Eltern die Diagnose bekommen, ihr Kind habe mit hoher Wahrscheinlichkeit das Down Syndrom. Noch müssen werdende Eltern den Trisomie-Test aus eigener Tasche bezahlen - 200 bis 500 Euro kostet der, je nach Anbieter. Nur in Ausnahmefällen übernehmen die Kassen schon jetzt die Laborkosten des Tests.

Nicht invasive Pränatal-Test sollte der Ultraschalluntersuchung folgen

Frank Louwen, Professor für Geburtshilfe und Pränatalmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt, setzt sich für den Nicht invasiven Pränatal-Test als Kassenleistung ein. Und zwar nach der Ultraschalluntersuchung am Anfang der Schwangerschaft: "Wenn beispielweise eine Fehlbildung bei einem Kind im Ultraschall da ist, dann sollte man das tun", sagte er in hr1-Koschwitz am Morgen.

Deshalb muss dieser Test auch eine Kassenleistung sein, sagt Frank Louwen. Sonst drohe eine Zweiklassengesellschaft: "Es kann nicht sein, dass Frauen die sich das leisten können, ihr Fehlgeburtsrisiko infolge invasiver Diagnostik reduzieren und Frauen, die sich das nicht leisten können, eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen müssen."

Die Entscheidung zum Nicht invasiven Pränatal-Test müsse aber klar indikationsbezogen sein, so der Professor. "Es soll kein Test sein, der eingeführt wird um zu verhindern, dass Menschen mit Behinderung zur Welt kommen. Das wäre eine Katastrophe."

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 11.4.2019, 8 Uhr

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