Lackschaden
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Beim Herausfahren aus der Parklücke das Nachbar-Auto touchiert? Schon eine kleine Unachtsamkeit beim Parken kann ein teures Nachspiel haben. Deshalb sollten Sie folgende Fakten und Tipps beachten!

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Fahrerflucht

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gespräch mit Polizist Jörg Lang über Fahrerflucht

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Einmal kurz nicht aufgepasst und schon ist's passiert: Das nebenstehende Auto auf dem Parkplatz hat eine Schramme. Auch wenn der Kratzer klein und kaum zu sehen ist - eine Bagatelle ist das keineswegs. Denn wer einfach wegfährt oder nur einen Zettel mit seinen Kontaktdaten hinterlässt, der begeht Fahrerflucht. Doch wie verhalte ich mich richtig und wie lange muss ich auf den Fahrer des anderen Autos warten?

Zumutbare Wartezeit bis 90 Minuten

Die Wartezeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Gesetz heißt es "eine zumutbare Zeit". Im Klartext: 30 Minuten sollten es mindestens sein und bis zu 90 Minuten gelten als zumutbar. Je größer der Schaden, desto länger sollte man warten. Kommt der Geschädigte auch nach zwei Stunden nicht, sollte man die Polizei anrufen und den Fall schildern.

Polizei benachrichtigen

Die Beamten müssen wegen des Parkschadens nicht unbedingt zum Ort des Geschehens kommen. Aber wenn man die Polizei - in Deutschland unter 110 und Euronotruf unter 112 - informiert hat, befreit man sich damit auch vom Vorwurf der Fahrerflucht, wenn man nun den Unfallort verlässt. Wichtig: Zuvor sollte man noch eine Nachricht mit Ihren Kontaktdaten an der Windschutzscheibe des geschädigten PKW hinterlassen und auch notieren, dass die Polizei informiert ist.

Für alle Fälle: Unfallbericht im Handschuhfach

Es ist ratsam, ein Unfallberichtsformular im Handschuhfach zu haben. Das kann auch im Falle eines Parkschadens genutzt werden. Ein Unfallbericht [PDF - 112kb] ist kein Schuldanerkenntnis, sondern eine Wiedergabe des Unfallhergangs zur schnellen Schadensregulierung.

Fahrerflucht wird hart bestraft

Achtung: Als Unfallflucht gilt bereits auch, wenn man seine Fahrt nur kurz fortsetzt - etwa, um sein Auto ein Stück weiter abzustellen. Wird man dabei beobachtet und angezeigt, drohen eine hohe Geldstrafe sowie drei Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Selbst eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren sieht der Gesetzgeber laut Paragraph 142 des Strafgesetzbuches* vor.

Weitere Informationen

*§ 142 Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, dass er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne dass jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich
1. nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder
2. berechtigt oder entschuldigt vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.
(3) Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, dass er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt.
(4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3).
(5) Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr1, hr1 Koschwitz am Morgen, 13.8.2019, 5 - 9 Uhr

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