Vater und Kind
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Für die Erziehung braucht es den Vater nicht unbedingt, heißt es oft. Dabei spielt der Mann bei der Entwicklung des Kindes eine wichtige Rolle.

Vater löst die Mutter-Kind-Bindung

Das wird Mama nicht gerne lesen. Aber eine der wichtigsten Funktionen des Vaters in der Entwicklung ist es, eine zu enge Bindung zwischen Mutter und Kind zu verhindern. Der Vater bestärkt das Kind darin, sich von der Mutter zu lösen, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt die alles überragende Rolle im Leben des Kindes gespielt hat. Das ist vor allem deshalb nötig, weil der Vater das Kind so auf das Leben in der Außenwelt vorbereitet und den Eintritt in die Gesellschaft erleichtert.

Eltern teilen sich Erziehungsschwerpunkte

Vater und Kind
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Mütter und Väter teilen sich meistens die Erziehungsschwerpunkte auf. So ist die Mutter oft eher für emotionale und soziale Aspekte zuständig. Der Vater hingegen kümmert sich eher um die körperlichen und risikobehafteten Aktivitäten. Dabei greifen Männer häufiger zu liberalen Strategien, als Frauen.  

Vater stärkt das "männliche Ich"

Für den Sohn ist der Vater der wichtigste Ansprechpartner, wenn es darum geht, das „männliche Ich“ herauszubilden. Bis zum Einsetzen der Pubertät gleicht die Beziehung zwischen Vater und Sohn einem Lehrer-Schüler-Verhältnis. Ab dann fängt der Sohn an, sich an den Werten und Mustern des Vaters zu reiben, sie in Frage zu stellen und eigene Erfahrungswerte einzubauen.

Erster Berührungspunkt mit dem anderen Geschlecht

Für die Tochter ist der Vater der erste Berührungspunkt mit dem anderen Geschlecht. Die Erlebnisse und Erfahrungen in der Vater-Tochter-Beziehung wirken sich oftmals später in Beziehungen zum Partner aus. Erfährt die Tochter eine liebevolle Erziehung vom Vater, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass das Kind später auch die Liebe eines Mannes besser annehmen und genießen kann.    

Väter verbieten seltener

"Wenn Mama es mir nicht erlaubt, dann frage ich  halt Papa!" – Kinder wissen oft ganz genau, wie sie ihre Eltern gegeneinander ausspielen können. Und dass Papa meistens derjenige ist, der dem Kind mehr erlaubt. Das liegt vordergründig an traditionellen Rollenbildern. Danach verbringen Väter als „Ernährer“ oft weniger Zeit mit den Kindern. Das kann dazu führen, dass der Vater weniger verbietet, um die wenige gemeinsame Zeit nicht auch noch mit Konflikten zu füllen.

Vaterlose Erziehung kann negative Auswirkungen haben

Auch statistische Erhebungen haben vielfach gezeigt, dass das Fehlen eines Vaters negative Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung haben kann. Zum Beispiel haben vaterlose Söhne häufiger ein schwaches Selbstwertgefühl und Probleme mit Intimität. Töchter kommen früher in die Pubertät und werden früher sexuell aktiv. Die biologischen Zusammenhänge sind allerdings noch nicht ausreichend untersucht, um wirkliche Schlüsse aus den Statistiken zu ziehen.

Sendung: hr1, hr1 Start, 17.07.2018, 6 Uhr

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