iPhone, auf dem ein Mikrofon angezeigt wird

Hunderte Smartphone-Apps spähen ihre Nutzer rund um die Uhr aus - weil die Nutzer ihnen das erlaubt haben. Wie Sie die Spionage zu Werbezwecken vermeiden können, erklären wir hier.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kann Facebook über das Handy Gespräche belauschen?

Frau mit Smartphone im Bett
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Werbefirmen lieben persönliche Daten, um so personalisierte Werbung ausspielen zu können. Es gibt sogar Software, die dafür das Mikrofon des Smartphones nutzt und pausenlos mithört, ob die Nutzer bestimmte Filme oder Werbespots ansehen – solche Software läuft in etlichen Apps im Hintergrund einfach mit, oft auch in Spielen.

Rechtlich ist das in Ordnung, bei der Installation oder bei der ersten Benutzung muss man als Nutzer erlauben, dass eine App das Mikrofon benutzt. Das Problem: Meistens stimmen wir solchen Aufforderungen einfach zu, ohne sie genauer zu prüfen. Wenn Sie nicht wollen, dass Ihr Smartphone immer mithört, haben wir hier ein paar Tipps für Sie.

Grundlegende Tipps

  • Anbieter: Größere, renommierte Anbieter achten meistens darauf, ihren Nutzern sichere Apps zur Verfügung zu stellen. Wenn der Anbieter Ihnen suspekt vorkommt, beispielsweise kein Impressum anbietet, sollten Sie Vorsicht walten lassen.
  • App-Berechtigungen: Achten Sie darauf, auf welche Funktionen Ihres Geräts eine neue Anwendungen Zugriff haben möchte. Wenn eine App unsinnige Berechtigungen erfordert, sollten Sie im Zweifelsfall die Finger davon lassen. Das können Sie allerdings nur auf Android-Systemen vor der Installation prüfen.
  • Lizenzbedingungen: Die Lizenzvereinbarungen von Apps sind meist ellenlange Texte in unverständlichem Kauderwelsch, die kaum jemand wirklich liest. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sie sich dennoch zu Gemüte führen, gerade bei unbekannten Anbietern.

Apple/iOS

Apple-Nutzer können neue Anwendungen im Normalfall nur über Apples offiziellen AppStore beziehen. Das hat den Vorteil, dass die angebotenen Apps in der Regel recht gründlich überprüft werden. Apps müssen außerdem beim ersten Mal, wenn sie eine Funktion des Telefons verwenden wollen, um Erlaubnis fragen.

Anleitung in Screenshots: Zugriff auf Mikrofon für Smartphone-Apps auf iOS-Geräten verbieten

Um zu überprüfen, welche bereits installierten Apps welche Berechtigungen haben, müssen Sie die Einstellungen des Geräts öffnen. Unter dem Punkt "Datenschutz" können Sie sehen, welche Apps auf bestimmte Funktionen zugreifen. Tippen Sie beispielsweise auf "Mikrofon", dann können Sie sehen, welche Apps Zugriff auf das Mikrofon haben, und den Zugriff pro App auch einzeln ein- und ausschalten.

Google/Android

Auf Smartphones mit dem Android-Betriebssystem ab Version 6 können die Berechtigungen für Apps ebenfalls einzeln ein- und ausgeschaltet werden. Öffnen Sie dazu die Einstellungen und dann – je nach Gerät – den Punkt "Apps" oder "Anwendungsmanager". Tippen Sie nun auf das Zahnrad oder die drei Punkte oben rechts und dann auf den Punkt "App-Berechtigungen". Wenn Sie nun eine einzelne Berechtigung antippen, beispielsweise das Mikrofon, können Sie den Zugriff pro App regulieren.

Anleitung in Screenshots: Zugriff auf Mikrofon für Smartphone-Apps auf Android-Geräten verbieten

Bei Android-Geräten, die eine frühere Version installiert haben (5.9 oder geringer) können die Berechtigungen nicht einzeln verwaltet werden. Falls eine App hier Berechtigungen benötigt, die Sie ihr nicht zugestehen wollen, müssen Sie sie komplett deinstallieren.

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Hinweis

Für iOS wie auch für Android gilt: Wenn Sie Apps einzelne Berechtigungen entziehen, funktionieren sie unter Umständen nicht mehr wie erwartet.

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Facebook-App hat es in sich

Dass Smartphones technisch in der Lage sind, per Algorithmen Umgebungsgeräusche nach bestimmten Stichwörtern abzuhören, sollte zumindest Jedem klar sein. Alle Sprachassistenten wie Siri, Alexa, Cortana und Co. funktionieren nämlich genau so. 2018 meldete Facebook sogar ein Patent auf exakt solch eine Technik an, aber eingesetzt wurde sie angeblich nie. Klar ist: Eine solche Abhörpraxis wäre ohne eindeutige Zustimmung durch die Nutzer rechtswidrig. Und selbst wenn es irgendwo in den Nutzungsbedingungen versteckt wäre, wäre es immer noch grenzwertig. Deswegen behauptet Facebook auch weiterhin: wir hören nicht ab. 

Bedenken Sie Folgendes: Wenn Sie nach etwas googlen, so wird dank Cookies im Browser das Ergebnis an andere Webdienste weitergegeben und Sie bekommen plötzlich überall mehr oder weniger passende personalisierte Werbe-Anzeigen. Und auch wenn Sie in einem Geschäft waren, kann die Facebook-App möglicherweise Ihren Standort für Werbezwecke nutzen und auswerten.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 02.06.2020, 9-12 Uhr

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