Kranke Blaumeise

Heimische Kleinvogelarten wie die Blaumeise haben derzeit mit einer ansteckenden und tödlich verlaufenden Krankheit zu kämpfen. Betroffene Vögel sitzen demnach teilnahmslos und aufgeplustert in Gärten und verenden. Vogelexperten stehen vor einem Rätsel.

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zum hr-fernsehen.de Video Mysteriöses Meisensterben

maintower vom 14.04.2020
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Seit März sind laut Angaben des Naturschutz-Bundes (NABU) folgende Regionen vom mysteriösen Meisensterben am stärksten betroffen: der Streifen vom Westerwald in Rheinland-Pfalz über Mittelhessen bis hin ins westliche Thüringen.

Nicht füttern, wenn kranke Meisen auftauchen

Der NABU will das Meisen-Sterben jetzt genauer untersuchen und bittet daher um die Mithilfe aufmerksamer Vogel-Freunde: Wer kranke oder tote Meisen sieht, soll sich am besten gleich mit Fotos melden. Noch besser sei es, entsprechende Blaumeisen-Opfer zur Untersuchung einzureichen, heißt es beim NABU Rhein-Main weiter.

Experten empfehlen, die Tiere nicht mehr zu füttern, wenn eine kranke Meise im eigenen Garten auftaucht oder bereits aufgetaucht ist. Die Vögel sollen untereinander Abstand halten - eine Art "Social Distancing" also, da sich die Meisen an Futterstellen und Vogeltränken besonders nahe kommen.

Blaumeise, Singvogel

Weitere Symptome: Atemprobleme, verklebte Augen, viel Durst

Von der mysteriösen Krankheit seien vor allem Blaumeisen betroffen, in einzelnen Fällen auch Kohlmeisen sowie andere kleine Singvögel. "Die erkrankten Vögel werden meist in der Umgebung von Futterstellen in Gärten beobachtet und fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren. Es wurde beobachtet, dass Blaumeisen, die apathisch und aufgeplustert auf dem Boden saßen und keine Fluchtversuche bei sich nähernden Menschen unternahmen und kurz darauf verstarben", beschreiben Experten des NABU das noch unbekannte Phänomen.

Weitere mutmaßliche Symptome der Krankheit seien starke Atemprobleme. Zudem seien "Teile des Kopfgefieders" ausgefallen, die Augen wirkten verklebt. "Die Vögel nehmen kein Futter mehr auf oder können anscheinend nicht mehr schlucken. Manche Meisen wirken, als hätten sie unstillbaren Durst", hieß es.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 15.4.2020, 9-12 Uhr

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