Woodstock Fakten
Eines der bekanntesten Bilder vom Woodstock-Festival. Bild © picture-alliance/dpa

Frieden, Liebe, Flowerpower - und sonst nichts? Wer davon ausgeht, der ist einem der drei Mythen um das wohl bekannteste Musikfestival der Welt aufgesessen. Denn längst war nicht alles so rosig, wie es der Dokumentarfilm "Taking Woodstock" vermuten lässt.

Fakt 1: Ein ganz normales, kommerzielles Festival

Die beiden Veranstalter Artie Kornfeld und Michael Lang wollten die Eröffnung ihres Tonstudios bewerben. Was lag näher, als dafür ein Konzert zu Werbezwecken zu nutzen? Michael Lang kam aus Woodstock und schlug den Veranstaltungsort vor. Aus der Konzertidee wurde schnell ein Festival. Aus anfangs 100.000 wurden später 200.000 kalkulierte Besucher. Schließlich wurde das anfangs auf zwei Tage geplante Festival noch um einen Tag verlängert, um den Gewinn weiter zu maximieren. Ein Drei-Tages-Ticket kostete 18 US-Dollar im Vorverkauf, insgesamt wurden 1,8 Millionen US-Dollar umgesetzt.

Fakt 2: Woodstock war gar nicht in Woodstock

Das Festival war zwar ursprünglich in der Heimat von Michael Lang angedacht, doch da hatten die Veranstalter die Rechnung ohne die Bewohner gemacht. Die Bewohner Woodstocks, das im Bundesstaat New York liegt, wehrten sich gegen den Massenansturm. Deshalb wurde Woodstock am Ende in der nähe der Kleinstadt Bethel abgehalten. Dessen Dorfbewohner waren zwar auch alles andere als erfreut, konnten aber mit monetären Entschädigungen besänftigt werden.

Fakt 3: Wie das Festival zum Free Concert wurde

Wie eingangs beschrieben hatten die Veranstalter anfangs nicht vor, ein kostenfreies Event anzubieten. Warum das Festival schließlich doch für die meisten umsonst war, hat einen einfachen Grund: Das Festivalgelände wurde zu spät abgesichert. Mehr als eine Woche vor dem Beginn reisten bereits die ersten Gäste an. Und bevor das Kassenhäuschen aufgestellt wurde, waren bereits über 100.000 Musikbegeisterte auf dem Festivalgelände.

Fakt 4: Die Zustände waren teilweise katastrophal

Da trotz der Ankündigung vieler nahmafter Künstler nicht mit einem derartigen Besucheransturm gerechnet wurde, waren weder genug Sanitäranlagen, noch Nahrungsmittel und Trinkwasser in ausreichenden Mengen vorhanden. Das ging so weit, dass die Dorfbevölkerung begann, den am Ende mehr als 400.000 Besuchern zu überteuerten Preisen Lebensmittel zu verkaufen. Nach einem starken Unwetter verschlimmerte sich die Lage zusehens. Am Ende wurde der Notstand ausgerufen und die US-Armee musste Notverpflegung und Ärzte einfliegen.

Sendung: hr1, Koschwitz am Morgen, 27.02.2019, 5-9 Uhr

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