Neu errichtete Mehrfamilienhäuser sind im Europaviertel nahe des Messegeländes zu sehen.
Neu errichtete Mehrfamilienhäuser im Europaviertel Frankfurt. Bild © picture-alliance/dpa

Wer auf der Suche nach einer Mietwohnung ist, muss im Frankfurter Umland und im Rhein-Main-Gebiet tief in die Tasche greifen. Günstiger ist es hingegen in Nordhessen. Hier ein Überblick.

In der Finanz- und Wirtschaftsmetropole Frankfurt am Main müssen Mieter im Durchschnitt 39 Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Vor allem für junge Familien wird es immer schwerer, sich von ihrem Einkommen eine adäquate Wohnung zu leisten. Im grünen Umland sind die Mietpreise meist nicht günstiger.

Laut dem Immobilien-Kompass der Wirtschaftsmagazins "Capital" liegt der Durchschnittspreis in Frankfurt bei 14,14 Euro Kaltmiete. Die Preisspanne beträt 10 bis 18,95 Euro pro Quadratmeter. In ausgewählten Städen und Regionen des Umlands werden folgende Mietwerte angegeben:

In der Quellenstadt Bad Vilbel, die vor allem bei jungen Familien sehr beliebt ist, werden Mietpreise von 8,75 bis 12,98 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Letzere beziehen sich die besten Wohnlagen am Heilsberg und Niederberg.

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Was bedeutet Meridianwert?

Hiermit ist der mittlere Mietpreis pro Quadratmeter gemeint

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Vergleichsweise günstig wohnt man im nordwestlichen Umland der Bankenstadt. Im beschaulichen Niederursel beträgt der Durchschnittspreis 4,43 Euro pro Quadratmeter, der Höchstpreis beläuft sich 5,48 Euro pro Quadratmeter. Nur wenige Kilometer weiter, im Vordertaunus, wird es um ein Vielfaches teurer: In Oberursel werden bis zu 13,64 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. In der Kurstadt Bad Homburg beträgt der Durchschnittspreis 11,68 Euro, kann aber je nach Objekt um die 20 Euro liegen.

Vor rund zehn Jahren waren die Wohnungen im Norden des Frankfurter Umlands - im Hochtaunuskreis und Wetteraukreis - mit einem Meridian von 6,30 Euro pro Quadratmeter noch erschwinglich. Bis heute jedoch zog die Kaltmiete um 24 Prozent auf derzeit 8,30 Euro an.

In der Lederstadt Offenbach, noch vor zehn Jahren ein Geheimtipp unter Wohnungssuchenden, beträgt die Kaltmiete mittlerweile 9,94 Euro bis 12,31 Euro pro Quadratmeter. Vor allem in den begehrten Stadtteilen Bieber, Bürgel und Rumpenheim zogen die Mietpreise stark an.

In Neu-Isenburg, südlich von Frankfurt gelegen, betragen die Mietpreise für Häuser aus dem Bestand durchschnittlich 11,81 Euro pro Quadratmeter. Für Neubauten in vergleichbaren Lagen müssen 10,31 Euro bezahlt werden.

Dreieich: Die Mietpreise liegen im Schnitt bei 10,38 Euro, für Neubauten bei 11,15 Euro. Bei Bestandswohnungen liegen die Mietpreise bei 9,24 Euro, bei Neubauwohnungen 12,29 Euro.

Im Kreis Offenbach, zu dem auch Rodgau mit seinen vielen Ortsteilen gehört, liegen die Mietpreise für Häuser im Schnitt bei 8,69 Euro, für Neubauten bei 9,45 Euro. Bei sogenannten Bestandswohnungen liegen die Mietpreise bei 8,02 Euro, für Neubauwohnungen bei 9,51 Euro.

Für viele Frankfurter ist die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden eine Wohnalternative. Die Stadt ist gefälliger, grüner und trotz Preissteigerungen günstiger als die Finanzmetropole. Hier findet sich reichlich stilvoller Baubestand mit historischen Bürgerhäusern und Villen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Wer hier wohnen möchte, muss mit einem Mietpreis von 8,42 bis 13,28 Euro pro Quadratmeter rechnen.

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Gut zu Wissen:

Bis zur Höhe der ortsüblichen Miete darf ein Vermieter Mieterhöhungen vornehmen, falls innerhalb der letzten fünfzehn Monate keine Mietpreiserhöhung erfolgt ist (§ 558 BGB). In einem Mietspiegel werden Wohnungen gleicher Art und Größe, Lage, Beschaffenheit und Ausstattung verglichen.

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In der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist die Preisspanne mit 8,37 Euro bis 13,81 Euro pro Quadratmeter ähnlich wie in Wiesbaden. In der Universitätsstadt Gießen werden Mitpreise von 6,96 bis 12,80 Euro aufgerufen. Hier sind vor allem das Klinikviertel, Petersweiher, das Neubaugebiet Schlangenzahl und Schwanenteich begehrt.

In Hessens Norden, in der Dokumenta-Stadt Kassel, wohnt es sich im Hessenvergleich am günstigsten mit 5,70 bis 9,52 Euro pro Quadratmeter. Sanierte 70-Quadratmeter-Wohnungen sind schon für 4,50 bis 8 Euro Miete pro Quadratmeter zu haben, in Top-Objekten für rund 10 Euro, selbst im Villenviertel Wilhelmshöhe-Mulang sind die Mieten moderat.

Sendung: hr1, hr am Vormittag,19.02.2019, 12 Uhr

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