Bio-Tüte kompostierbar
Bio-Tragetaschen: Kompostierbar oder nicht? Bild © picture-alliance/dpa

Für die Entsorgung des hauseigenen Bio-Mülls eignen sich braune Papiertüten, schlichtes Zeitungspapier oder - wer weniger Gestank und Ärger mit den Nachbarn will - grüne Kunststoff-Tüten. Diese werden im Drogeriemarkt damit angepriesen, dass sie biologisch abbaubar sind. Doch sind sie das auch wirklich?

Von wegen gut fürs ökologische Gewissen! Laut einer Studie der US-amerikanischen Universität Plymouth verrotten die angeblich kompostierbaren grünen Kunststofftüten auch nach Jahren nicht - weder im Boden, noch im salzigen Meerwasser.

Biologisch-abbaubar? Mitnichten...

Nach etlichen Versuchsstrecken war sogar das Gegenteil der Fall: Den Ergebnissen zufolge blieben die biologisch-abbaubaren Tüten nach einer Zeit von drei Jahren noch so stabil, dass sie mehr als zwei Kilogramm tragen konnten und nicht rissen.

"Diese Untersuchung wirft eine Reihe von Fragen auf, was die Öffentlichkeit erwarten kann, wenn etwas als biologisch abbaubar bezeichnet wird", schreiben die Forscher der Universität.

Manche hessischen Kommunen raten bereits von den grünen Plastikbeuteln ab. Der Vorwurf ist derselbe: Sie zerfallen nicht und können auch nicht biologisch abgebaut werden. Somit sind sie eher Pest als Segen für den Kompost und schneiden ähnlich ab wie herkömmliche Plastiktüten.

Forscher fordern Normen

Die US-Forscher betonten die Notwendigkeit von Normen für abbaubare Materialien. Zudem wiesen sie darauf hin, dass sogenannte oxo-abbaubare - also sauerstoffhaltige - Kunststoffe entsprechende Zusätze enthalten. Dies sind meist Metall-Ionen, die dafür sorgen sollen, dass die Ökotüten schneller zerfallen.

Bei diesem Prozess entsteht aber Mikroplastik, das nicht mehr weiter abgebaut wird. Deshalb gibt es bereits Bestrebungen in der EU, solche sogenannten oxo-abbaubaren Kunststoffe zu verbieten.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 02.05.2019, 9-12 Uhr

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