Handydaumen

Der Fortschritt der Technik begeistert Nutzer, die viel an Bildschirmen arbeiten oder oft am Handy hängen. Doch das kann auch zu Krankheitsbildern wie dem Mausarm oder dem Handydaumen führen. Denn auch beim Internetsurfen, Musik hören oder Daddeln am Smartphone gilt die Devise: Die Dosis macht das Gift.

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Eine Feder liegt auf einer nackten weiblichen Schulter.
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Wer in Zeiten von Homeoffice an provisorischen Arbeitsplätzen stundenlang vor dem PC hockt oder auf einen kleinen Handybildschirm starrt, schadet langfristig nicht nur seinen Augen oder seiner Körperhaltung. Eine dauerhaft verkrampfte Haltung der Hand, die über einen langen Zeitraum auf der PC-Maus abgelegt wird, kann schnell zu Taubheitsgefühlen in den Fingern führen. Denn eine anhaltende Überbelastung wirkt sich letztlich auch auf die Muskeln, Sehnen oder Nerven des Unterarms bis hin zu Schulter und Nacken aus.

Mausarm: winzige Geweberisse und Sehnenentzündungen

Kleine, schnelle und oft ruckartig ausgeführte Bewegungen, die beim Hin- und Herbewegen der PC-Maus oder dem sich ständig wiederholenden Klicken mit dem Zeigefinger entstehen, können auf Dauer winzige Geweberisse in der Armmuskulatur verursachen, die sich ausbreiten und schlimmstenfalls chronisch verlaufen können. So entsteht das unangenehme und auch oft sehr schmerzhafte Krankheitsbild des Mausarms – auch RSI-Syndrom ("Repetitive-Strain-Injury-Syndrom") genannt.

Bei Betroffenen fängt es mit einem leichten Kribbeln und dem Kraftverlust in Hand und Unterarm an, anfangs ist dies nur während der Arbeit mit der PC-Maus und der Tastatur spürbar. Später entwickeln sich Schmerzen, die trotz Entlastung anhalten und nur bei längeren Pausen über Wochen hin abklingen. Später treten die Schmerzen auch in Ruhepausen auf. Bei vielen Patienten liegt jedoch keine akute Entzündung vor, sondern das Sehnengewebe bildet sich durch die chronische Überlastung zurück und die Kollagenfasern werden geschädigt. Bleibt zu wenig Zeit für die Regeneration, wird kein Kollagen zum Ausgleich nachgebildet. So kann es zu chronischen Entzündungen der Sehnen oder der Sehnenscheiden kommen.

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Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?

Bei einem Karpaltunnelsyndrom ist ein wichtiges Sehnenfach, der sogenannte Karpaltunnel, im Handgelenk verengt. Er schnürt dann einen wichtigen Nerv ("Nervus Medianus") ein, der bestimmte Bereiche der Hand versorgt und Muskeln innerviert. Möglich Folgen sind Missempfindungen, Schmerzen und Lähmungserscheinungen. Problematisch ist, dass erste Anzeichen wie nächtliches Einschlafen der Hände oder Kribbeln oft nicht ernstgenommen werden. Manche Betroffenen gehen erst dann zum Arzt, wenn bereits bleibende Schäden entstanden sind.

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Handydaumen: das Sattelgelenk unter Dauerfeuer

Doch nicht nur das lange Arbeiten mit der Computermaus oder der Tastatur kann zu einer Überlastung in der Hand führen. Vor allem der Daumen ist beim Schreiben, Wischen, Schieben oder Spielen am Smartphone im Dauereinsatz. E-Mails werden tagtäglich verschickt, Fotos hin und her geschickt und Messengerdienste wie WhatsApp, Signal & Co. ständig geöffnet.

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Frau arbeitet in ihrem Wohnzimmer
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Doch die schnellen und häufigen Bewegungen führen im sensiblen Daumensattelgelenk zu Dauerstress und langfristig zum Krankheitsbild des Handydaumens - mit unangenehmen Schmerzsymptomen. Wer am Handy überwiegend nur seinen Daumen beansprucht und Alarmsignale missachtet, riskiert auf lange Sicht auch andere alltägliche Situationen nicht mehr schmerzfrei bewerkstelligen zu können: Es zieht beim Schuhe binden, der Hosenknopf geht schwer zu, eine Schere lässt sich kaum noch halten. Hält die erhöhte Belastung kontinuierlich an, können Entzündungen chronisch werden und über Monate hinweg unliebsame Schmerzen bereiten.

Drei Übungen zur Vorbeugung

Sollten Computer oder Handy doch einmal im Dauereinsatz sein, empfiehlt es sich sicher die eine oder andere Dehnübung oder Lockerungspause einzulegen, damit Gelenke und Sehnen nicht langfristig geschädigt werden. Diese drei Handübungen können helfen:

  • Hände gut ausschütteln: Beim Schreiben mehrmals pro Stunde die Hände und/oder Arme gut ausschütteln, die Finger dabei locker lassen und nicht anspannen.
  • Hände dehnen: Eine Faust machen, dabei den Daumen mit in die Faust nehmen. Kurz halten und die Hand dann wieder öffnen und alle Finger spreizen. Übung etwa zehn Mal wiederholen.
  • Hände kreisen: Kreisende Bewegungen mit der Hand machen, abwechselnd mit gespreizten Fingern und geballter Faust, dabei mehrfach die Richtung wechseln.

Neben regelmäßiger Bewegung hilft aber auch ein ergonomischer Arbeitsplatz, einem Mausarm vorzubeugen. So sollte die Maus gegebenenfalls durch eine ergonomische, aufrecht stehende Maus ausgetauscht werden. Eine ergonomische Tastatur oder auch eine Handauflage vor der Tastatur können dafür sorgen, dass die Hand entlastet wird. Aber auch eine gute Sitzhaltung trägt zur Entlastung des Arms bei. Hilfreich ist ein Bürostuhl mit höhenverstellbaren Armlehnen. Gleichzeitig sollte auf die Höhe des Bildschirms geachtet werden, damit der Nacken- und Schulterbereich entspannt bleibt.

Arbeiten am Laptop verstärkt oft die schlechte Sitzhaltung. Denn ist die Tastatur auf der richtigen Höhe, ist der Bildschirm zu niedrig oder aber der Bildschirm ist auf der richtigen Höhe, dann ist die Tastatur zu hoch. Bei länger andauernder Tätigkeit mit dem Laptop empfiehlt es sich deshalb, eine externe Tastatur und Maus zu verwenden. Der Laptop sollte dann für einen geraden Rücken erhöht positioniert werden. Noch besser ist die zusätzliche Verwendung eines extra Monitors.

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