Coupon an der Supermarktkasse
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Nach Großmutters Art emsig Rabattmarken zu kleben ist passé. Couponing und Cashback sind angesagt. Damit können Sie beim Einkaufen strategisch sparen. Doch es lauern auch Fallen.

Wer beim Einkaufen im Supermarkt, im Warenhaus oder in der Drogerie Wertgutscheine einsetzt, kann den Kaufbetrag durch Coupons reduzieren - von kleinen Cent-Beträgen bis zu mehreren Euro. Manchmal gibt es anstelle eines Barrabatt ein zweites Produkt kostenlos dazu.

Schnäppchen-Tradition aus den USA

Das sogenannte "Couponing" ist ein Spartrend, der in den USA schon seit dem 19. Jahrhundert von Schnäppchenjägern und Sparfüchsen praktiziert wird. Das Ausschneiden von Rabattmarken auf Produktverpackungen, auf Kassenzetteln, in Werbeblättern und Wurfsendungen, Zeitungen und Zeitschriften gehört in amerikanischen Haushalten zum Alltag: Mindestens einmal pro Woche werden die gesammelten Coupons nach Produkt und Anbieter sortiert und "angespart", um sie beim nächsten Einkauf gleich im Dutzend einzulösen. Extrem-Couponer gehen fast täglich auf die Jagd nach Gratis-Schnäppchen und hüten ihre Beute sorgfältig aufgereiht in Kellerräumen, die mit ihrer Fülle des Angebots einem Mini-Supermarkt gleichen.

Deutsche Verbraucher haben 130 Millionen Euro gespart

In Deutschland sind solche Coupons erst seit 2001, mit der Abschaffung des Rabattgesetzes, erlaubt. Mit Coupon-Aktionen geht es den Produktherstellern darum, kurzfristig den Absatz zu steigern. Im letzten Jahr verteilten Hersteller und Händler deutschlandweit rund 18 Milliarden Coupons für Drogerieprodukte und Lebensmittel. Durch das "Couponing" haben Verbraucher insgesamt 130 Millionen Euro gespart, wie ein Marketing-Dienstleister in seiner jüngsten Untersuchung beziffert.

Couponing auch im Internet

Coupons gibt es nicht nur in Supermärkten und Drogerien, als Aufdruck auf dem Kassenzettel oder beim Bezahlen. Sie sind auch auf Herstellerseiten im Internet zu finden - zum Selbstausdrucken oder Speichern auf dem Handy. Rabattprofis legen sich eine App zu, die Coupons digital erfasst, um sie an der Kasse einzulösen. Beim Einlösen muss man weder seinen Namen noch Adressdaten angeben und bleibt damit anonym. Bei der Rabatt-Variante des sogenannten "Cashback" hingegen wird man zum gläsernen Kunden.

Beim "Cashback" werden keine Coupons beim Bezahlen eingelöst, sondern der Kaufpreis für ein bestimmtes Produkt erstattet – als "Cashback". Dabei zahlt der Kunde das Produkt zum herkömmlichen Preis, dann bekommt er den Kaufpreis wieder zurück: Nach dem Einkauf verschickt man den Kassenzettel per Post an den Hersteller oder lädt den Beleg auf dessen Website hoch. Der Hersteller erstattet dann den vollen Kaufpreis.

Cashback als Datenfalle

Cashback-Aktionen verbergen sich hinter reizvollen Lockangeboten wie "wir suchen Tester", "Probe", "gratis testen" oder "Geld zurück", die man als Aufdruck auf Produkten oder in Werbeanzeigen findet. Doch der Gratis-Deal hat seinen Preis: Der Hersteller "erkauft" Ihre persönlichen Daten wie Alter, Name, Adresse und Bankverbindung für die Rücküberweisung. Unklar ist, wie Ihre Daten noch verwendet werden, etwa für Marketingaktionen und Marktforschungszwecke.

Sämtliche Coupons und Rabatte werden von den Herstellern finanziert, um den Absatz bestimmter Produkte zu fördern, Marken zu lancieren und Kunden zu binden. Couponing hat sich in Deutschland längst als Marketing- und Vertriebsmethode etabliert, "weil die Rabattgutscheine als 'Schnäppchen' den Verbraucher glücklich machen", ist in einem Papier des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) zu lesen. Wer beim Sparen immer profitiert, sind in jedem Fall die Hersteller.

Hier können Sie einen Beitrag des ARD-Magazins "PlusMinus" zum Thema Couponing anschauen.

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Sendung: hr1, Koschwitz am Morgen, 14.12.2018, 5 Uhr

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