Kaffee Hanf

Die Palette der Lebensmittel mit dem Hanf-Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD) wächst rasant. Es gibt Cocktails mit CBD und auch in Cremes und Pralinen, in Kaffee oder Gummibärchen findet sich der Stoff. Doch jetzt warnt die Verbraucherzentrale Hessen: Die Lebensmittel seien "alles andere als unbedenklich".

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hanfprodukte: "Keiner weiß, ob CBD sicher ist"

Hanfprodukte
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Müsliriegel, Tee, Mehl, Senf, Bier – was klingt wie eine Einkaufsliste, ist eine Aufzählung von Produkten, die Hanf enthalten können. Denn Lebensmittel mit dem Hanf-Inhaltsstoff CBD liegen voll im Trend: Der Stoff soll entspannende, entzündungshemmende und krampflösende Komponenten haben. Wissenschaftler können allerdings noch immer nicht die Wunderwirkung der Tröpfchen bestätigen. Stattdessen warnt die Verbraucherzentrale in Hessen aktuell davor, Hanf-Produkte zu konsumieren, die CBD enthalten.

Was genau ist CBD und wo ist das überhaupt drin?

CBD ist ein sogenanntes Cannabinoid - ein Inhaltsstoff der bekannten Hanfpflanze. Die hat kleine Härchen, dort bildet sich Harz und der enthält diese Inhaltsstoffe. Das heißt, auch wenn wir Produkte wie Hanföl, Hanfsamen oder Hanfblätter für Tee konsumieren, die frei sein sollten von CBD, kann der Stoff trotzdem enthalten sein. Doch es gibt immer mehr Produkte, die damit werben, dass CBD enthalten ist.

Die Verbraucherzentrale in Hessen warnt vor dem Konsum von CBD. Warum ist das gefährlich?

Nach dem Konsum von CBD-Produkten sind bislang zahlreiche negative Effekte bekannt:

  • CBD kann Schläfrigkeit und Benommenheit auslösen
  • Genauso häufig scheint CBD aber auch zum Gegenteil, also zu Schlaflosigkeit, Schlafstörungen und innerer Unruhe zu führen
  • Fragen zu Dosierung, Sicherheit und Wechselwirkungen sind noch nicht geklärt

Das Bundesinstitut für Risikobewertung betont, es gäbe bislang kein CBD-Produkt, mit dem man nach der Einnahme mit klarem Kopf arbeiten oder am Straßenverkehr teilnehmen könne. In Deutschland gilt das Gesetz: Lebensmittel müssen sicher sein und das ist bei CBD – wie dargestellt – nicht der Fall.

In der Werbung und in Internetforen wird CDB die positive Wirkung betont. Wie kann das sein?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wunderöl CBD: Ein Hype in den USA

Hanföl und Hanfsamen
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Hersteller versprechen tatsächlich, CBD würde Kopfschmerzen lindern sowie bei Menstruationsproblemen, Nervosität oder beim Einschlafen helfen. Das Problem: Diese Versprechen sind nicht zulässig, weil die tatsächliche Wirkung bisher nicht nachgewiesen wurde und nicht auf die Gesundheitsbedenken hingewiesen wird.

Letztlich ist jedes Bundesland dazu verpflichtet, Produkte mit CBD zu kontrollieren, die illegale Versprechen machen und diese dann vom Markt zu nehmen. Es gab zum Beispiel einen Hanf-Kaugummi in den gängigen Drogeriemärkten, der wieder aus dem Sortiment genommen wurde. Aber das passiert nicht bei allen CDB-Produkten, die es gibt. Und auch nicht immer bundesweit.

Wie erkenne ich als Verbraucher, dass in den Produkten CBD enthalten ist?

Das ist nicht immer einsehbar. Auf vielen Produkten gibt es einen Hinweis auf der Verpackung. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, sollte auf Lifestyle-Produkte, in denen Hanf verarbeitet wurde (Müsliriegel, Kaugummmi, Bonbons, etc.), verzichten. Anstelle von Hanfsamen sind Nüsse, Lein- oder Sesamsamen empfehlenswert. Und Hanföl kann durch Walnuss- oder Leinöl ersetzt werden.

Weitere Informationen

Verbraucherzentrale Hessen

Vorsicht bei Lebensmitteln mit dem Hanf-Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD)

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Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 29.1.2020, 9 Uhr

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