Symbolbild Handwerker mit Werkzeugkasten
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Top-Leistung zum Top-Preis - mit diesem Versprechen locken die Handwerker-Portale im Internet. Wer eine Maler-, Maurer- oder Klempnerarbeit zu vergeben hat, stellt diese ins Internet - und schon hagelt es Angebote. Aber wie funktionieren diese Portale?

Sie heißen blauarbeit.de, Myhammer.de oder undertool.de. Sie alle funktionieren sehr ähnlich: Kunden suchen einen Handwerker. Und Handwerker bieten ihre Dienstleistungen an. Voraussetzung: Man muss sich auf den Portalen registrieren.

MyHammer Website
Bild © myhammer.de/ Screenshot

Die Websites versprechen Vorteile für beide Seiten: Kunden sollen bequem vom heimischen PC aus Angebote vergleichen und sparen. Die Handwerker sollen kurzfristig Lücken im Auftragsbuch füllen können. Myhammer.de vermittelt nach eigenen Angaben pro Monat Aufträge in zweistelliger Millionenhöhe. Die klassischen Maler- oder Fliesenlegerarbeiten stellen bei allen Portalen immer noch den Löwenanteil der Aufträge. Auf den meisten Seiten finden Besucher aber auch immer mehr Anfragen nach Hundesittern, Stylisten oder Haushaltshilfen.

Bewertungen anderer Nutzer hilfreich

Vom Konzept der Auktionsplattform, auf der sich die Handwerker gegenseitig unterbieten, um an einen Auftrag zu gelangen, hat sich Marktführer Myhammer.de längst verabschiedet. Heute funktioniert es als eine Art Mischung aus Kleinanzeigenprtal und Branchenbuch für Handwerker. Kunden müssen keine Preisvorstellung mehr angeben. Handwerker ohne Gewerbe- oder Handwerkerkarte wurden ausgeschlossen. Alles Punkte, mit denen man der Skepsis der Handwerkskammern entgegenwirken will.

Hilfreich für den Kunden sind deshalb auch die Bewertungen anderer Kunden. Dabei versuchen die Portale sicherzustellen, dass es sich dabei um echte Bewertungen handelt. Wie bei jedem Bewertungsportal lohnt es sich, so viele Bewertungen wie möglich zu lesen - falls es doch das ein oder andere Mal Absprachen oder Pfusch gegeben haben sollte.

blauarbeit Website
Bild © blauarbeit.de/ Screenshot

Dennoch sehen viele Handwerker diese Portale kritisch. So wie Martin Gutmann, Kreishandwerkermeister des Main-Kinzig-Kreises: "Wenn ich an der Preisspirale drehe, ist es eigentlich logisch, dass die Qualität irgendwo leidet – sei es am Material, sei es an den Mitarbeitern", sagte er. Denn im Internet können Handwerker Angebote machen, die dafür nicht ausreichend qualifiziert sind. Meisterbriefe müssen die Handwerker bei ihrer Anmeldung nicht nachweisen.

Vor dem hr1-Mikrofon will kein Handwerker über seine Geschäfte auf Myhammer und Co reden. Einer erklärt, er nutze das Portal nicht, um Kunden Angebote zu machen, sondern nur als Branchenbuch, um von Kunden aus der Region gefunden zu werden. Die Handwerker-Innung empfiehlt, sich lieber ein Netz aus Handwerkern aus der Region aufzubauen. Dann bekomme man im Notfall auch schnelle Hilfe.

Vergleich

  • Myhammer.de bietet zusätzlich zu seiner Portalfunktion noch Ratgeber-Magazine zum Thema Haus und Garten. Auf ihrer Webseite werben sie mit über drei Millionen registrierten Nutzern, einem vermittelten Auftragsvolumen von über 720 Millionen und 72.000 Aufträgen pro Monat.
  • Blauarbeit.de wirbt mit mehr als 150.000 Handwerksbetrieben in seinem Portal, sowie mit mehr als einer Million Nutzern. Außerdem ist es möglich Aufträge direkt per WhatsApp und dem Facebook Messenger anzugeben.

Fazit

Der Erfolg - zweistellige Wachstumsraten in den letzten Jahren - spricht für sich. Die Plattformen helfen den Betrieben eventuelle Auftragslücken zu schließen und sie helfen den Kunden relativ schnell an einen Handwerker zu kommen. Ob es allerdings immer der günstigste ist, ist nicht zwangsläufig sicher.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 17.04.2018, 10 Uhr

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