Mitten in der Nacht aufwachen
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Wachen Sie nachts stets zur gleichen Uhrzeit auf? Dann könnte es sein, dass Sie von einem Ihrer Organe "geweckt" werden. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt das als Warnzeichen für eine mögliche Erkrankung.

Entspannt einschlafen und wie Dornröschen schlummern, bis der Wecker klingelt. Das ist unrealistisch. Denn der Nachtschlaf durchläuft mehrere Phasen. Dabei wechseln sich Tiefschlafphasen, aus denen der Schlafende nur schwer zu wecken ist, mit über einem halben Dutzend Leichtschlafphasen ab. Dass man ab und zu kurz aufwacht, um dann im nächsten Moment weiterzuschlafen, ist also völlig normal. Doch wenn man wie durch einen inneren Wecker wiederholt zur gleichen Zeit wach wird, könnte das nach den Lehren der "Traditionellen Chinesischen Medizin" (TCM) ein Warnzeichen sein, dass ein Körperorgan nicht richtig arbeitet. Die alte Heilkunst entwickelte sich vor mehr als 2000 Jahren in Fernost. Eines ihrer wichtigsten Instrumente ist die "Organ-Uhr". Sie bildet die Vorstellung ab, dass unser Körper einem täglichen Energiekreislauf unterliegt.

Organuhr TCM
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Im Zweistunden-Rhythmus wird ein Organ besonders stark durchblutet und so am besten mit Energie versorgt. Daraus ergeben sich organische Arbeits- und Ruhephasen. Nach der Lehre der TCM können so auch "Funktionsstörungen“ gut abgelesen werden. Unter anderem sind zyklische Schwankungen der Kortisolkonzentration im Blut auch mit herkömmlichen medizinischen Methoden nachweisbar. Doch eine allgemein medizinisch anerkannte Anwendung und Diagnose nach der TCM-Lehre gibt es bislang nicht. Interessant ist ein Blick auf die TCM-Uhr, auf der sich die Arbeits- und Ruhezeiten der wichtigsten Körperorgane ablesen lassen, dennoch.

21 bis 23 Uhr (Dreifacher Erwärmer)

Der "Dreifache Erwärmer" ist keinem bestimmten Organ zugeordnet. Er steuert sogenannte Energiekreisläufe untereinander und ist für das ungehinderte Fließen der Lebensenergie (Qi) zuständig. In diesem Zeitfenster sinken Puls und Blutdruck, Verdauungsorgane gehen in die Erholungsphase über. Nach der TCM eine ideale Zeit zum Meditieren und Entspannen.

23 bis 1 Uhr (Gallenblase)

Der Körper fährt in den Schlafmodus herunter. Medizinisch messbar wird die Kortisol-Ausschüttung heruntergefahren, der Körper entspannt sich. Vitalfunktionen wie Blutdruck, Herzfrequenz und Temperatur sinken, der Stoffwechsel wird träge. Die Haut regeneriert sich. Die perfekte Phase zum Schlafen. Vorsicht vor dem Gang zum Kühlschrank und an die Hausbar: Essen und Alkohol belasten den Körper in dieser Phase besonders! Früh-ins-Bett-Geher, die in dieser Phase regelmäßig erwachen, könnten nach der Lehre der TCM mit der Galle Probleme haben.

Tipp zur Vorbeugung: Um die Gallenblase gut zu stärken, sollte man tagsüber grünes Gemüse und wenig Fett zu sich nehmen.

1 bis 3 Uhr (Leber)

Am frühen Morgen ist die Leistungsfähigkeit auf dem Tiefpunkt und Kälte wird stärker wahrgenommen. Nur die Leber arbeitet im Turbomodus und entgiftet - sie kann sich nur im Schlaf regenerieren. Menschen mit Leberproblemen wachen in dieser Zeit häufig auf. Die Warnung an Partygänger: Nikotin und Alkohol sind in diesem Zeitfenster besonders nachteilig. Auch wer am Abend zu schwer gegessen hat, wacht häufig zu dieser Zeit auf.

Tipp zur Vorbeugung: Brennnesseltee und regelmäßige Bewegung stärken das Leber-Qi.

3 bis 5 Uhr (Lunge)

Die Lunge befindet sich jetzt im Reinigungs-Modus. Wer bei geöffnetem Fenster schläft oder das Schlafzimmer vor dem Zubettgehen gut lüftet, tut sich Gutes. Auch die Heizung sollte im Winter ausgeschaltet sein. Wer in dieser Phase trotzdem aufwacht, hat nach der Lehre der TCM Probleme mit dem Lungenmeridian - das zeigt sich durch Asthma, Allergien und Schlafstörungen.

Tipp für Menschen, die um fünf Uhr partout nicht mehr einschlafen können: ein Morgenspaziergang.

5 bis 7 Uhr (Dickdarm)

In dieser Phase schüttet der Körper das Hormon Kortisol aus, das uns langsam weckt. In dieser Phase träumen wir auch häufig: In diesen letzten Traumphasen verarbeitet man die Erlebnisse der vergangenen 36 Stunden. Nun kommt der Dickdarm auf Hochtouren und startet sein Reinigungsprogramm: Die beste Zeit fürs Stille Örtchen. Ein Tipp, den auch der Hausarzt gibt: Wer den Entgiftungsprozess unterstützen will, trinkt direkt nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser.

7 bis 9 Uhr (Magen)

Die beste Zeit für das Frühstück - und das sollte möglichst reichhaltig an Ballaststoffen sein. Laut TCM-Lehre sollte man morgens warm essen, am besten einen Hirsebrei mit Zimt und gedämpftem Obst, Porridge oder Grießbrei. Die Verdauung läuft nun auf Hochtouren. Chinesische Ärzte empfehlen, sich beim Frühstück nicht durch zu viel Denken, Zweifeln und Grübeln zu belasten: Dazu bitte Handy, iPad oder andere elektronische Gadgets vom Frühstückstisch verbannen!

Sendung: hr1, Koschwitz am Morgen, 6 - 9 Uhr, 20.11.2018

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