Spürhund Quitta schaut in die Kamera
Spürhund Quitta schaut in die Kamera Bild © picture-alliance/dpa

Sie erschnüffeln Drogen, Sprengstoff oder verschüttete Menschen. Doch Spürhunde können noch viel mehr riechen. Sie werden staunen!

In den USA bildet die Connecticut State Police Hunde aus, die Datenträger erschnüffeln können. Ob USB-Sticks oder ganze Festplatten, die Spürnasen sollen dabei helfen, strafrechtlich relevante elektronische Daten zu finden. Zum Beispiel Kinderpornografie.

2015 hatte in den USA ein Fall für Schlagzeilen gesorgt, als ein Hund bei einer Hausdurchsuchung ein verstecktes Flashspeicherlaufwerk gefunden hatte, auf dem kinderpornografische Dateien gespeichert waren. 

Abgerichtet sind die Hunde auf den chemischen Stoff Triphenylphosphanoxid, der sich in Speichermedien befindet. Doch die Ausbildung der Schnüffler ist schwierig. Nur einer von 50 Hunden eignet sich für diese Aufgabe. 17 solcher Spürnasen sind in den USA im Einsatz.

Was Hunde noch so alles erschüffeln können

  • DNA: Das haben Leipziger Forscher ermittelt. In einem Test erkannten die sieben speziell ausgebildeten Hunde vier von fünf Proben korrekt.
  • Ambrosia: Die siebenjährige Schafpudel-Dame Arwen wurde von ihrer Besitzerin, einer Berliner Hundetrainerin, zum Suchhund für das stark allergieauslösende Kraut ausgebildet.
  • Bettwanzen: Seit diesem Jahr setzt der Frankfurter Flughafen als erster in Europa Spürhunde gegen die Parasiten ein. Die meisten der Plagegeister werden im Gepäck von Reisenden aus Nordamerika eingeschleppt.
  • Geparden und Grizzlys: Im afrikanischen Sambia erschnüffeln sogenannte Artenschutzhunde den Kot von Geparden. Daraus können Forscher errechnen, wie viele der vom Aussterben bedrohten Tiere es in dem Gebiet noch gibt. In den USA sind solche Hunde auf Grizzlybären trainiert.
  • Schildkröteneier: In Texas spürt ein Terrier die Gelege der vom Aussterben bedrohten Atlantik-Bastardschildkröte auf. Wildhüter bringen die Eier in einen Brutkasten. So sind sie vor Räubern geschützt und es schlüpfen mehr Tiere als am Strand.
  • Krebs: Laut mehrerer Studien sollen Hunde Krebserkrankungen riechen können. Etwa Prostata-, Darm- oder Lungenkrebs. Für ein seriöses Ergebnis war die Trefferquote von 70 Prozent bei einem Lungenkrebstest allerdings zu gering. Erkennen können die Hunde die Erkrankung wohl an der Atemluft der Patienten.
  • Diabetes: Es gibt nachgewiesene Fälle von Hunden, die anzeigten, dass ihr Besitzer unterzuckert ist. Doch Mediziner warnen noch davor, die Tiere als Diabetes-Melder anzuerkennen. Denn unklar ist, wie die Hunde eine Unterzuckerung bemerken.
  • Laubholzbock: Der aus Asien eingeschleppte Baumschädling bedroht unsere Wälder. Doch in Rheinland-Pfalz riechen Spürhunde die Larven des Käfers und helfen den Förstern so bei der Bekämpfung der Plage.
  • Geld: Die Polizei verfügt über Spezialhunde, die neues wie altes Bargeld, aber auch Falschgeld aufspüren können. Selbst in Schinken eingewickeltes Geld finden die Spürnasen.
  • Brandmittel: Diese Hunde suchen und finden Brandbeschleuniger und sind in der Lage, noch nach Tagen abgedampfte oder auch kleinste Restmengen brennbarer Flüssigkeiten im Brandschutt zu erkennen.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 22.10.2018, 9 Uhr

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