Kohlekraftwerk
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In vielen deutschen Innenstädten herrscht wegen des Autoverkehrs dicke Luft. Unterschiedliche Schadstoffe belasten Menschen und Umwelt. Ein Überblick über die verschiedenen Schadstoffe.

Was sind Stickoxide?

Stickoxide sind eine Abkürzung für Stickstoffoxide. Es handelt sich dabei um zwei gasförmige Verbindungen, die NOX genannt werden. Stickstoffoxide kommen in der Natur so gut wie nicht vor. Sie bilden sich, wenn fossile Brennstoffe, wie etwa Kohle, Erdöl oder Gas, verbrannt werden, etwa in Automotoren. Die Menge des Stickstoffoxids hängt von der Verbrennungstemperatur ab: Je höher diese ist, desto mehr NOX entsteht.

Stickstoffoxide gelten in den Städten als Luftschadstoff Nummer eins. Dieselfahrzeuge sind die Hauptverursacher für NOX. Dieselmotoren stoßen nämlich mehr Stickstoffoxide aus als Benziner. Stickstoffoxide sind als Reizstoffe gesundheitsschädlich und können zu Atemwegserkrankungen führen. Die giftigen Moleküle gelangen bis tief in die Lungenbläschen und können unter anderem schwere Herz-Kreislauf-Krankheiten, Asthma und Bronchitis auslösen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) steigt durch Stickoxide auch das Risiko eines Schlaganfalls; Pflanzen sterben, Böden und Gewässer übersäuern. Zudem sind Stickoxide an der Entstehung des Ozons beteiligt.

Was genau ist Feinstaub?

Stickstoffoxide sind ein Teil der Feinstaubbelastung. Feinstaub besteht aus zahllosen festen und flüssigen Partikeln in der Luft, aufgewirbelt durch Bodenerosion oder Bauarbeiten, etwa durch Ruß, Reifen- und Bremsabrieb, Pollen, Sandkörnchen oder Glasstaub. Auch der Feinstaub ist gesundheitsgefährdend: Je kleiner die Teilchen, desto tiefer können sie in die Lunge und in den Blutkreislauf eindringen. Laut Umweltbundesamt sterben jährlich rund 40.000 Menschen an den Folgen.

Der Straßenverkehr verursacht mit rund 20 Prozent der Feinstaubbelastung allerdings nicht den größten Teil - das tut die Industrie mit rund 40 Prozent. Feinstaub entsteht aber auch im Haushalt: von der Heizung über den Staubsauer bis zum offenen Kamin. Auch beim Rauchen wird Feinstaub frei gesetzt: Italienische Forscher des Krebsinstituts in Mailand haben berechnet, dass der Rauch einer einzigen Zigarette ebenso viel Feinstaub freisetzt, wie ein alter laufender Dieselmotor in eineinhalb Stunden.

Wie gefährlich ist CO2?

Brennendes CO2-Schild
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Kohlendioxid entsteht bei der Verbrennung organischer Stoffe - auch im menschlichen Körper. Im Gegensatz zu NOX ist CO2 ein natürlicher Bestandteil der Luft und ein relativ ungiftiges Gas. In zu hoher Konzentration behindert es jedoch die Sauerstoffaufnahme und kann beispielsweise zu Schwindel und Kopfschmerzen führen.

Das Gas bildet in der Erdatmosphäre die "Treibhausglocke". Sie verhindert, dass die Sonnenwärme entweicht. CO2 entsteht aber auch durch die Verbrennung fossiler Energieträger. Das verstärkt den Treibhauseffekt. Klimaveränderungen und Naturkatastrophen sind Folgen dieses Prozesses. Benzinmotoren stoßen im Durchschnitt 129 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus. Dieselmotoren liegen etwas gleichauf. Bei ihnen sind es 128 Gramm.

Was ist Kohlenmonoxid?

CO entsteht, wenn Benzin nicht vollständig verbrannt wird, etwa beim Motorstart oder im Leerlauf. Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchsloses Gas, das den Sauerstofftransport im Blut erheblich behindert.

Schwefeloxid - Wie entsteht und was verursacht es?

Schwefelreste von Erdöl findet man in Diesel und Heizöl. Werden diese verbrannt, entsteht Schwefeloxid, das zu starken Lungenreizungen führen kann. In der Luft wird das Schwefeldioxid durch die Feuchtigkeit zu einer Säure, die Gebäude aus Naturstein zerfrisst. Diese Säure ist mitverantwortlich für den sauren Regen und das Waldsterben.

Welchen Anteil tragen Schiffe und Flugzeuge zur Luftverschmutzung bei?

Abgase im Hamburger Hafen
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Schiffe verursachen rund 15 Prozent der weltweiten Stickstoffoxid-Emissionen. Ähnlich hoch liegt der Wert beim Schwefeloxid. Dabei gibt es auch für die Seefahrt schwefelfreien Treibstoff, Abgasfilter, Katalysatoren und in Häfen teilweise Landstrom und Gasversorgung. In einem Test des ARD-Magazin "Plusminus" kam heraus, dass die Feinstaubwerte auf einem Kreuzfahrtschiff viermal so hoch waren, wie auf einer Großstadtkreuzung.

Auch Flugzeuge produzieren mit dem Verbrennen von Kerosin umweltbelastende Emissionen. Die Abgase haben zwei Hauptbestandteile: Kohlendioxid und Wasserdampf. Hinzu kommen Stickstoffoxide. Kerosin besteht zu 86 Prozent aus Kohlenstoff und zu 14 Prozent aus Wasserstoff. Wasserdampf und Kohlendioxid haben an der Gesamtemission einen Anteil von ungefähr 10 Prozent. Der restliche Anteil ist überwiegend ausgestoßene erhitzte Luft. Es kommt durch die Verbrennung von Kerosin auch zur Emission toxischer Stoffe: vorwiegend Kohlenmonoxid, Stickoxide und Schwefeldioxid sowie Kohlenstoff in Form von Ruß.

Der Flugverkehr hat einen Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß von rund drei Prozent. Insgesamt steigert sich aber der Schadstoffausstoß durch Flugzeuge im Jahr um 2,5 Prozent: Der Flugverkehr könnte damit bald Klimasünder Nummer eins werden.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 21.11.2018, 5 Uhr.

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