Die Erdkugel umgeben von Schrott
Weltraumschrott umkreist die Erde. Bild © ESA/picture-alliance/dpa

Unser Weltraum ist zur Müllhalde geworden. Ausgediente Satelliten, benutzte Raketenstufen und aller möglicher Schrott umkreisen täglich den Orbit der Erde. Um dieses Problem zu lösen, treffen sich ab heute Experten aus aller Welt in Darmstadt.

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Rund 166 Millionen Schrottteile verschiedenster Größe umkreisen den Orbit der Erde. Diese Teile stellen nicht nur für zukünftige Raumfahrtexpeditionen und Satelliten eine Gefahr dar, sondern auch für Astronauten. Sogar die Menschen auf der Erde können betroffen sein, wenn der Weltraumschrott unkontrolliert in die Erdatmosphäre eintritt.

Schneller als eine Gewehrkugel

Mit einer Geschwindigkeit von mehreren zehntausend Stundenkilometern - fünfmal schneller als die schnellste Gewehrkugel - fliegen die zahlreichen Schrottteile durch den Weltraum. Dabei entwickeln sie eine so verheerende Kraft, dass bereits ein ein Zentimeter großes Stück Weltraumschrott ausreicht, um einen Satelliten zu zerstören.

Das größte Problem dabei ist, dass so eine Kollision unzählige weitere Teile Weltraummüll produziert. Es wird eine Kettenreaktion verursacht, von Wissenschaftlern "Kessler-Syndrom" genannt.

Ausweichmanöver

Satelliten müssen schon jetzt zwei- bis dreimal im Jahr Ausweichmanöver durchführen und auch die Internationale Raumstation (ISS) nahm schon kleinere Kursänderungen vor, um nicht von Weltraumschrott getroffen zu werden. Und die Gefahr von Kollisionen nimmt zu.

Die Lösung des Problems

Um dieses Problem zu lösen, wollen die Wissenschaftler zukünftig weiteren Schrott vermeiden. Zudem soll der bereits existierende Müll nach und nach entfernt werden.

Es gibt zwar bereits Regularien, die die Entsorgung vorschreiben, aber diese haben keinen Verbindlichkeit. Weltraumverschmutzung zieht bis jetzt keine Sanktionen nach sich. Deshalb ist ein regulativer Zwang dringend notwendig, um unseren Orbit nicht weiter vollzumüllen.

Mit Netz und Harpune auf Mülljagd

Inspiriert vom Fischfang wollen die Wissenschaftler den Weltraumschrott mithilfe eines Netzes einfangen. Anschließend soll dieses Netz dann gezielt in die Erdatmosphäre eintreten, um zusammen mit dem Abfall zu verglühen. Dass dieses Netz funktioniert wurde bereits bewiesen.

Bald soll auch eine Art Harpune eingesetzt werden, die zwar zielgenauer ist, sich aber nicht für jede Art von Schrott eignet. Außerdem sollen Roboterarme und Laser zur Müllentsorgung entwickelt werden. Allerdings ist die Vermeidung und Entsorgung von Weltraumschrott ist mit sehr hohen Kosten verbunden.

Geplante ESA-Mission

Die ESA plant daher eine Mission zur Müllentsorgung im Weltraum. Dieser muss jedoch noch auf der Ministerratstagung der ESA-Mitgliedsstaaten Ende des Jahres zugestimmt werden.

Notwendig ist diese Mission auf jeden Fall. Denn nur so lässt sich die wichtige Satelliteninfrastruktur aufrecht erhalten und die zukünftige Raumfahrt sichern.

Sendung: hr1, Koschwitz am Morgen, 5 Uhr, 22.01.2019

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